Seitensprung

Viele Betrogene fühlen sich extrem verletzt, wenn sie vom Seitensprung des Partners erfahren

© Bernd Leitner/Fotolia

Lange Jahre mit dem gleichen Partner zusammen? Der immer gleiche Alltagstrott, Stress im Job oder Kinder, die dem flammenden Liebesleben den Garaus machen? Warum jemand seinem Partner untreu wird, einen Seitensprung riskiert oder sogar eine längere Affäre beginnt und damit seine Partnerschaft aufs Spiel setzt -  dafür gibt es viele Gründe.

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Sexueller Frust

Die wichtigste Ursache ist laut Umfragen die sexuelle Unzufriedenheit. Die meisten Männer und Frauen sprechen aber nicht mit ihrem Partner darüber, dass ihnen der Sex nicht gefällt oder er zu selten stattfindet. Und wenn, dann tun sie das nur vorsichtig – ohne durchschlagenden Erfolg. Bei den meisten dauert der sexuelle Frust deshalb über einen längeren Zeitraum.

Es kann aber auch ein Freiheitsbedürfnis, Bestätigung des Selbstwertgefühls, Aufmöbeln des angekratzten Selbstbewusstseins oder der Reiz des Unbekannten und Neuen hinter einem Seitensprung stecken. Bei manchen sind es auch mehrere Gründe gleichzeitig, warum sie mit einem fremden Partner Sex haben. Manchmal bleibt es beim einzelnen Seitensprung, andere etablieren eine dauerhafte sexuelle Beziehung außerhalb der Partnerschaft.

Wie fliegen Seitensprünge auf?

Etwa die Hälfte der Männer und Frauen ahnen die Untreue ihres Partners schon. Die meisten finden den Seitensprung des Partners dann auch selbst heraus. Oft beichten die Partner aber den Betrogenen den Seitensprung selbst. Nur ein geringer Teil erfährt es durch dritte Personen oder per Zufall (Briefe, SMS, E-Mail etc). In vielen Fällen stammt der Liebhaber oder die Liebhaberin aus dem Kollegen- oder Freundeskreis des untreuen Partners/der Partnerin, aber fast ebenso häufig aus dem gemeinsamen Freundeskreis.

Der Großteil der Seitensprünge dauert zwischen einem und sechs Monaten, ein nicht unerheblicher Prozentsatz aber auch länger.

Sagen oder schweigen?

Eine gut funktionierende Partnerschaft verkraftet vielleicht einen einmaligen Seitensprung, der aus einer Laune heraus oder durch besondere Umstände wie eine Party oder Feier mit Kollegen/Innen geschieht. Voraussetzung ist allerdings, dass man beispielsweise nicht damit angibt oder sein schlechtes Gewissen auf den betrogenen Partner abwälzt.

Viele Betrogene fühlen sich extrem verletzt, wenn sie vom Seitensprung des Partners erfahren. Er bleibt für sie nicht ohne Folgen. Die Betrogenen erleiden eine Art Trauma und haben schließlich kein Vertrauen mehr in den Partner. Die Partnerschaft ist meist dauerhaft gestört. Allerdings gibt es auch Paare, die sich gegenseitig sexuelle Seitensprünge zugestehen – dann ist es eine Art Abmachung zwischen zwei Menschen.

Seitensprung im Netz

Mittlerweile gibt es richtige Seitensprung-Agenturen, bei denen man sich vor Ort mit Unbekannten trifft. Partnerschaften sind oft ausgeschlossen, es geht lediglich um eine kurze Affäre, die ohne Folgen bleiben soll.

Stand: 06.05.2013

Vorlage: Johanna Martina Dorsch, Sozialtherapeutin
Redaktion: