Sex trotz Inkontinenz

Urinverlust beim Sex?

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Inkontinenz ist für Betroffene ein großes Schreckgespenst. Wer seine Blasenfunktion nicht mehr richtig kontrollieren kann, leidet enorm – und das in vielen Lebenslagen. Manche gehen aus Angst vor einem nassen Hosenboden kaum noch aus dem Haus. Doch auch in den eigenen vier Wänden wird Inkontinenz schnell zu einem großen Problem. Nämlich dann, wenn das Sexleben beeinträchtigt wird. Abstinenz muss aber nicht sein.

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Etwa jeder zehnte Bundesbürger hat seine Blase nicht mehr richtig im Griff. Ob beim Niesen, Lachen, Joggen oder eben beim Sex – viele Betroffene können ein Unglück dann nicht mehr vermeiden. Zwar gibt es einige Hilfsmittel (zum Beispiel spezielle Slipeinlagen), aber die helfen nur, wenn man auch einen Slip anhat. Beim Liebespiel nützen diese leider nicht.

Keinen Sex aus Angst

Die Folge: Aus Angst beim Sex Urin zu verlieren, ziehen sich viele Betroffene zurück und vermeiden Intimitäten mit dem Partner – und das kann eine Beziehung stark belasten. Denn für die meisten gehört ein erfülltes Liebesleben zu einer guten Partnerschaft – egal in welchem Alter. Denn auch für Ältere spielt Sex durchaus noch eine wichtige Rolle.

Verzichten muss nicht sein

Menschen mit einer Blasenschwäche müssen jedoch nicht auf Sex verzichten. Wer ein paar Dinge beachtet, kann sich dem Vergnügen wieder ganz ohne Angst hingeben.

Vor dem Sex zur Toilette
Achten Sie darauf, vor dem Sex Ihre Blase zu entleeren. Außerdem ist es ratsam, auf harntreibende Getränke wie Kaffee oder Tee zu verzichten. Da trotzdem immer mal ein Tröpfchen daneben gehen kann, bieten spezielle Unterlagen zusätzlichen Schutz vor Verunreinigungen. Manchen hilft es auch, Sextstellungen zu wählen, die den Druck auf die Blase verringern.

Mit Beckenbodentraining vorbeugen
Um dem Problem grundsätzlich Herr zu werden, lohnt es sich, aktiv gegen das Leiden vorzugehen. Mithilfe von Beckenbodentraining zum Beispiel. Unter Anleitung eines Physiotherapeuten lernt der Betroffene, falsche Belastungen im Alltag zu reduzieren und den Beckenboden mithilfe spezieller Übungen zu kräftigen. Der Therapeut gibt den Patienten schließlich auch Übungen an die Hand, mit den zu Hause fleißig weiter trainiert werden kann.

Probleme ansprechen
Inkontinenz ist ein Tabuthema – viele schämen sich so sehr, dass sie ihrem Partner nichts davon erzählen. Dabei tun sich gerade ältere Menschen schwer, sowohl über Sexualität als auch über eine Inkontinenz zu sprechen. Das ist aber wichtig, damit der Partner das Verhalten einordnen kann. Außerdem gibt das die Möglichkeit, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Das nimmt den Druck vom Betroffenen.

Gehen Sie zum Arzt
Schlussendlich ist auch ein Gespräch mit dem Hausarzt ratsam. Dieser kann die Ursache der Inkontinenz feststellen und eine geeignete Therapie empfehlen. Das ist umso wichtiger, als dass hinter einer Blasenschwäche zahlreiche Gründe stecken können, etwa andere Erkrankungen.

Ursachen einer Inkontinenz

Mögliche Auslöser für eine Inkontinenz sind Störungen des Verschlussmechanismus, etwa durch Operationen oder Unfälle, die das Gewebe des Beckenbodens geschwächt haben. Aber auch Krankheiten wie Blasenentzündungen, Diabetes oder Parkinson stecken manchmal hinter den Beschwerden. Zu guter Letzt lösen auch einige Tumorarten Probleme aus. Eine ärztliche Abklärung ist also in vielerlei Hinsicht empfehlenswert.

Stand: 29.09.2016
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Quelle: Pressemitteilung: Inkontinenz muss Partnerschaft nicht belasten. Deutsche Inkontinenz Gesellschaft. 20.11.2014