Unfruchtbar durch Zigaretten

Rauchen und Kinderwunsch verträgt sich nicht so gut.

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Tabakrauch ist tückisch. Er nagt an den Gefäßen, fördert Krebs, lässt die Haut alt aussehen – und ruiniert die Fruchtbarkeit. Wer regelmäßig zum Glimmstängel greift, hat schlechtere Chancen Kinder in die Welt zu setzen. Lesen Sie hier, warum Männer und Frauen mit Kinderwunsch lieber aufs Qualmen verzichten sollten und erfahren Sie in der Bildergalerie wie schnell sich der Körper nach dem Rauchstopp erholt.

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Zigaretten haben‘s in sich: In ihnen stecken mehr als 4000 Chemikalien - von Arsen, über Blei bis Dioxin. Viele von ihnen sind giftig. Das macht sich auch dann bemerkbar, wenn Paare versuchen Nachwuchs zu bekommen. Auch wer nicht Kette raucht, ist gefährdet – der schädliche Effekt auf die Fruchtbarkeit ist spätestens ab zehn Zigaretten am Tag nachweisbar.

Warten auf die Schwangerschaft

Bei Raucherinnen und Rauchern mit Kinderwunsch dauert es länger, bis die Empfängnis klappt. Die Chance in einem Zyklus schwanger zu werden, ist bei rauchenden Frauen um bis zu 40 Prozent niedriger als bei Nichtraucherinnen. Frauen wie Männer sind zudem häufiger unfruchtbar, wenn sie rauchen. Und auch wenn die Befruchtung geklappt hat, ist die schädliche Wirkung des blauen Dunsts nicht verpufft: Er erhöht das Risiko von Fehl- und Frühgeburten, kindlichen Missbildungen und plötzlichem Kindstod.

Geschädigte Keimzellen

Der Grund: Die Giftstoffe in den Zigaretten schädigen die Keimzellen von Männern und Frauen. Bei Raucherinnen fanden Mediziner in hoher Konzentration giftige Nikotinabbauprodukte in der Follikelflüssgkeit der Eizellen. Die Gifte mindern die Qualität der Keimzellen und haben einen negativen Einfluss auf die Befruchtung.

Außerdem fanden Forscher Hinweise dafür, dass sich die Reserven an Eizellen bei Raucherinnen schneller erschöpfen. Anzeichen dafür ist der Wert des sogenannten follikelstimuliernden Hormons (FSH), der bei Raucherinnen erhöht ist – übrigens auch bei Passivraucherinnen, wenn auch nicht im selben Maße.

Tatsächlich kommen rauchende Frauen früher in die Wechseljahre als Nichtraucherinnen. Spätestens dann ist es zu spät für ein Kind.

Schlechte Spermienqualität

Bei Männern leidet die Spermienqualität: Sie haben weniger Spermien als Nichtraucher und eine größere Menge geschädigter Keimzellen im Ejakulat. Und noch einen weiteren Effekt hat Qualmen auf die Zeugungsfähigkeit: Der blaue Dunst schädigt die Blutgefäße und Nerven – auch jene, die den Penis zur Erektion befähigen. Und ohne die erforderliche Standfestigkeit wird das Projekt Kinder schwierig.

Probleme auch bei künstlicher Befruchtung

Auch rauchende Paare, die auf künstliche Befruchtung setzen, mindern ihre Chancen auf ein Kind. Bei Männern macht sich natürlich die mangelnde Spermienqualität auch bei der Befruchtung bemerkbar. Raucherinnen wiederum haben Schwierigkeiten, durch eine künstliche Befruchtung schwanger zu werden:

  • So entwickeln Raucherinnen weniger implantationsfähige Eizellen,
  • haben niedrigere Befruchtungsraten bei künstliche Befruchtungen
  • und erleiden im Anschluss mehr Fehlgeburten.

Rauchstopp fürs Kind

Die gute Nachricht ist: Der negative Effekt des Rauchens ist größtenteils reversibel. Die ursprüngliche Fruchtbarkeit ist nach etwa einem halben Jahr wiederhergestellt. Der Abschied von den Zigaretten lohnt sich also nicht erst dann, wenn die Frau bereits schwanger ist, sondern schon in der Phase davor.

Stand: 25.06.2015
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Quellen:

  • Uniklinik Bonn (www.kinderwunsch-uni-bonn.de, Abruf 20.09.2013)
  • Hull MG, North K, Taylor H, Farrow A, Ford WC. Delayed conception and active and passive smoking. The Avon Longitudinal Study of Pregnancy and Childhood Study Team. Fertil Steril. 2000;74:725–733.