Billings-Methode - fruchtbaren Tage bestimmen

Die Billings-Methode dient der natürlichen Familienplanung mittels Beobachtung der Beschaffenheit des Zervixschleimes.

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Die Billings-Methode zählt zu den natürlichen Verhütungsmethoden. Um die fruchtbaren Tage und den Eisprung zu bestimmen, analysieren Frauen täglich die Beschaffenheit des Schleims aus dem Gebärmutterhals. Dieser Zervixschleim verändert sich im Lauf des weiblichen Zyklus - mal ist er dünnflüssig, mal ist er zäh. Lesen Sie, wie die Billings-Methode funktioniert, für wen sie sich eignet und wie sicher sie ist.

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Bei der Billingsmethode prüfen Frauen die Farbe, Beschaffenheit und Menge des Zervixschleims während des Zyklus. So lassen sich die fruchtbaren Tage bestimmen. Manche Paare setzen die Zervixschleim-Methode übrigens auch für den umgekehrten Fall ein - nämlich zur Familienplanung.

Der Schleim wird von den Schleimhautdrüsen des Gebärmutterhalses produziert. Die Beschaffenheit und Menge des Schleims verändern sich unter dem Einfluss von Hormonen - vor allem der Östrogene. Unmittelbar nach der Menstruation produzieren die Drüsen nur geringe Mengen Schleim, er ist milchig gefärbt. Zwei bis drei Tage vor dem Eisprung erhöht sich die Produktion des Schleims auf die doppelte bis dreifache Menge. Außerdem wird das Sekret dünnflüssig, wässrig und klar. Der Eisprung steht bevor, wenn sich längere Fäden ziehen lassen, also der Schleim "spinnbar" wird. Jetzt ist er für Spermien leichter zu passieren. Rund vier Tage nach dem Eisprung wird der Schleim wieder zäher, weißlich-trüb und undurchlässig; auch die Menge nimmt ab. Der Schleim funktioniert jetzt wieder als Barriere für die Spermien, die so nicht in den Muttermund gelangen können.

Die Billings-Methode richtig anwenden

Bei der Billings-Methode sollten Sie täglich folgende Eigenschaften festhalten:

  • Welche Menge an Schleim produziert der Körper?
  • Welche Konsistenz hat der Schleim?
  • Wie ist der Schleim gefärbt?
  • Wie gut ist der Schleim spinnbar?
  • Welches Feuchtigkeitsempfinden haben Sie in der Scheide?

Entnehmen Sie Schleim aus der Scheide, platzieren Sie ihn zwischen Daumen und Zeigefinger und ziehen dann die Finger auseinander. Zwei bis drei Tage vor dem Eisprung lassen sich so mehrere Zentimeter lange Fäden "spinnen". Gleichzeitig vervielfacht sich auch die Schleimmenge.

Die Billings-Methode: So sicher ist sie

Die Billings-Methode ist eine sehr unsichere Methode. Der Pearl-Index schwankt - je nach Literatur - zwischen 5 und 35. Von 100 Frauen, die mit der Zervixschleim-Methode verhüteten, wurden 5 bis 35 innerhalb eines Jahres schwanger. Die Sicherheit lässt sich aber erhöhen, wenn man die Methode beispielsweise mit der Temperaturmessung oder Kondomen kombiniert. Wichtig ist, dass Sie Ihren Körper genau zu beobachten lernen und die Methode über einige Zeit üben.

Billings-Methode: für wen sie sich eignet

Da die Zervixschleim-Methode keine besonders sichere Art der Verhütung ist, eignet sie sich für Frauen, die eine Schwangerschaft nicht prinzipiell ausschließen würden. Wer die Billings-Methode anwendet, braucht Zeit, Geduld und viel Übung. Frauen müssen ihren Körper gut kennenlernen. Bei Scheidenentzündungen empfehlen Ärzte die Anwendung dieser Methode nicht. Denn die Beschaffenheit des Schleims verändert sich durch Infektionen und verliert damit die Aussagekraft.

Stand: 15.10.2013

Quellen:

  • pro familia (www.profamilia.de; Abruf 14.8.2013)
  • Frauenärzte im Netz (www.frauenaerzte-im-netz.de; Abruf 14.08.2013)