Macht die Pille dick?

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Sicher verhüten, aber dafür einen Schwabbelring um den Bauch? Für Frauen keine schöne Vorstellung. Gerade die ersten Präparate, die von der Pille auf den Markt kamen, bargen aber tatsächlich massiv diese Nebenwirkung. Früher war die Dosis an Östrogen wesentlich höher als heute, das führte zu mehr Appetit, mehr Essen und mehr Pfunden auf den Hüften.

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Und heute? Heute, so hat das Cochrane-Institut veröffentlicht, gibt es keine wissenschaftlich nachweisbare Gewichtszunahme aufgrund der Pille.

Schwerwiegende Wassereinlagerungen

Irren sich also all die Frauen, die ihre weicher gewordenen Hüften auf die Einnahme ihres Hormon-Medikaments schieben? Nicht ganz, denn das Östrogen in der Pille bewirkt sehr wohl eine Wassereinlagerung im Gewebe. Das ist kein Fett und wird, sobald das Präparat abgesetzt ist, schnell wieder verloren. Trotzdem entsteht der Eindruck, man nimmt ein bisschen zu. Allerdings finden sich diese Gewichtsschwankungen durch Wasser auch natürlicherweise im Zyklus, also auch ohne Medikamente.

„Leichtere“ Alternativen

Mehr Wasser im Körper, das kann auch bedeuten, dass die Brust spannt und die Finger und Beine anschwellen. Wer sich dadurch arg gestört fühlt, kann aber auch auf andere Verhütungsvarianten zurückgreifen. Es kann zum Beispiel auf ein Pillenpräparat umgestiegen werden, welches mehr Gestagene enthält oder gänzlich ohne Östrogen seine schützende Wirkung entfaltet. Auch die Spirale, Verhütungsstäbchen, Dreimonatsspritzen oder die neue Minipille führen selten zu Wassereinlagerungen.

Stand: 06.05.2013

Vorlage: Dr. med. Britta Bürger
Redaktion:
Quellen:

  • Combination contraceptives: effects on weight. Cochrane Database of Systematic Reviews 2008, Gallo MF, Issue 4. Art. No.: CD003987. DOI: 10.1002/14651858.CD003987.pub3
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.familienplanung.de)
  • pro familia e.V. (www.profamilia.de)