Ein Pflaster gegen Schwangerschaft - Verhütungspflaster
Als Alternative zur Pille bietet sich auch das Verhütungspflaster als hormonelle Verhütungsmethode an. Dabei wird ein hautfarbenes Pflaster das 4,5 auf 4,5 Zentimeter groß ist, auf die Haut geklebt. Es gibt dann über die Haut langsam Gestagen an den Körper ab. Das Hormon wirkt an drei Stellen: Zum einen greift es im Gehirn in den Regelkreis ein, der für die Reifung der Eizellen im Eierstock verantwortlich ist.
Der Eisprung wird unterdrückt. Zusätzlich bewirkt ein hoher Gestagenspiegel im Körper, dass sich vor dem Eingang der Gebärmutter ein Schleimpfropfen bildet, durch den Spermien schlecht durchkommen. Drittens wird die Gebärmutterschleimhaut so umgebaut, dass sich eine befruchtete Eizelle nur schwer einnisten kann.
Ist das Verhütungspflaster sicher?
Der Pearl-Index des Pflasters beträgt 0,72 bis 0,9 (ja nach Präparat), das bedeutet von 100 Frauen, die damit ein Jahr lang verhüten werden 0,72 bis 0,9 schwanger. Der Verhütungsschutz ist damit mit dem der Pille vergleichbar.
Ein Drittel der ungewollten Schwangerschaften trat bei Frauen auf, die über 90 Kilogramm wogen. Für sie ist das Pflaster deshalb nicht empfehlenswert. Ansonsten eignet sich diese Verhütungsmethode für alle, die auch die Pille anwenden könnten.
Wie wird das Verhütungspflaster angewendet?
Die besten Stellen zum Platzieren des Pflasters sind gesunde und trockene Hautpartien, also Bauch, Oberkörper (außer im Brustbereich), Po oder an der Außenseite der Oberarme. Sobald es klebt, entfaltet es seine schützende Wirkung. Drei Mal wird alle sieben Tage das Pflaster ausgetauscht. Dann wird eine Woche Pause gemacht, damit die Monatsblutung einsetzen kann. Danach beginnt das Kleben von neuem.
Eigentlich ist das Pflaster so konzipiert, dass man damit duschen und baden kann, ohne, dass es sich ablöst. Allerdings sollte es nicht in Kontakt mit Creme, Öl und Kosmetika kommen. Sollte es trotzdem einmal zur Ablösung kommen, darf es nur dann wieder aufgeklebt werden, wenn es noch von alleine haftet. Ist das nicht der Fall, einfach ein neues aufkleben. War es mehr als 24 Stunden abgelöst, ist der Empfängnisschutz nicht mehr gegeben.
Was sind die Vorteile des Verhütungspflasters?
- Sehr sicheres Verhütungsmittel
- Frauen müssen nur alle sieben Tage an die Verhütung denken
- Ohne Östrogen
- Auch bei Verdauungsbeschwerden ist die Sicherheit gegeben
- Konstante Hormonmenge, wird oft besser vertragen als z.B. die Pille
- Kann von stillenden Müttern angewendet werden (ab sechs Wochen nach Entbindung)
Was sind die Nachteile des Verhütungspflasters?
- Bei etwa jeder fünften Frau kommt es zu einer Hautreizung
- Die Pflaster sind relativ groß und damit sichtbar
- Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA warnt, dass es erhöhtes Risiko für tiefe Venenthrombosen besteht
- Viele Antiepileptika und manche Antibiotika beeinträchtigen die Sicherheit
- Schützt nicht vor HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten
Quellen:
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.familienplanung.de)
- pro familia e.V. (www.profamilia.de)
