Sexuell übertragbare Krankheiten im Überblick

Besser mit Kondom: Das schützt vor der Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten

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Durch ungeschützten Sex kann man nicht nur schwanger werden, sondern sich auch mit allen möglichen sexuell übertragbaren Krankheiten (STD, Geschlechtskrankheiten) anstecken. Vor allem im Urlaub oder nach Partys, auf denen viel Alkohol getrunken wurde, verlieren viele den Kopf und blenden die Gefahren schlichtweg aus. Dabei reicht schon ein einziger Sexualkontakt, um sich mit Viren, Pilzen und Bakterien zu infizieren.

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Manche Krankheiten sind unangenehm, lassen sich aber gut therapieren, andere bleiben dauerhaft und können lebensgefährlich werden. Mit Kondomen können Sie sich aber vor STD schützen.

Die wichtigsten sexuell übertragbaren Krankheiten

Chlamydien-Infektionen...

...zählen zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Die Verursacher sind Chlamydien, eine bestimmte Bakterienart. Viele Frauen haben den Erreger, ohne es zu wissen. So können sie auch andere anstecken. Gefährdet sind vor allem Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern. Die Mehrheit der Infizierten hat keine Beschwerden, es kann aber zu Ausfluss sowie Juckreiz und Brennen beim Wasserlassen kommen. Bei Männern entzündet sich oft die Harnröhre.

Herpes genitalis...

...befällt die Haut und Schleimhäute der Genitalien. Die Verursacher sind Herpes-Simplex-Viren (HSV) vom Typ 2 (Lippenherpes ist oft Typ 1). Frauen stecken sich leichter bei Männern an als umgekehrt. Es bilden sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen, dann werden die Viren am leichtesten übertragen. Die Viren können sich an den Nervenwurzeln einnisten – sie schlafen. Selbst wenn die Krankheit ausgeheilt ist, können sie lebenslang im Ruhezustand bleiben. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Krankheit zum Beispiel wieder ausbrechen.

Feigwarzen (Condylomata acuminata)...

...werden durch Humane Papilloma-Viren (HPV) hervorgerufen. Meistens lassen sich die Varianten HPV-6 und HPV-11 nachweisen Feigwarzen treten meist in großer Zahl an den Geschlechtsteilen, am After und im Enddarm auf. Sie neigen dazu, Beete zu bilden, und können zu großen rosenkohlartigen Gebilden anwachsen. Gefährdet sind vor allem junge Menschen. HPV 16 und 18 gelten als High Risk-Varianten für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs. Ein Impfung kann davor schützen.

Bakterielle Vaginose...

...werden durch stäbchenförmige Bakterien ausgelöst (Gardnerellen). Ärzte sprechen von Gardnerellen- bzw. Haemophilus-vaginalis-Infektion oder Aminkolpitis. In geringen Mengen sind diese Bakterien im Genitalbereich ganz normal. Gerät allerdings das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht, haben die Bakterien leichtes Spiel und vermehren sich. Typisches Symptom ist ein verstärkter Ausfluss (Fischgeruch).

Gonorrhoe (Tripper)...

...wird durch die Bakterien Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) ausgelöst. Besonders gefährdet sind jüngere Erwachsene - Frauen und Männer erkranken gleich häufig. Es kommt zu Entzündungen der Geschlechtsorgane und dem typischen Ausfluss.

Pilzinfektionen...

...der Scheide sind sehr häufige Krankheitsbilder. Oft ist der Sprosspilz Candida albicans, ein Hefepilz, der Auslöser. Typische Symptome sind Juckreiz, brennende Schmerzen, Schwellung, Rötung und verstärkter bröckeliger Ausfluss (wie Hüttenkäse).

Trichomonaden...

...sind Geißeltierchen (Einzeller), die sich eigenständig fortbewegen können. Betroffen sind überwiegend Frauen. Symptome sind Juckreiz und Brennen der Scheide, scharf riechender, grün-gelblicher Ausfluss oder Brennen beim Wasserlassen. Bei Männern zeigen sich meist keine Symptome.

HI-Viren/Aids...

...Auslöser sind die so genannten HI-Viren, die unter anderem beim ungeschützten Sex übertragen werden. Das Virus lässt sich sowohl im Samen und in der Scheidenflüssigkeit nachweisen. Es kann über kleinste Verletzungen, die während des Sexualkontaktes entstehen, in den Körper eindringen. Das HI-Virus schädigt oder zerstört Zellen der Immunabwehr. Dadurch kann der Körper Bakterien, Viren oder Pilze nicht mehr effektiv bekämpfen. HIV-Patienten sind so empfänglicher für Infektionen und bestimmte Krebsarten.

Hepatitis B...

...bedeutet eine Entzündung der Leber. Verursacher ist das Hepatitis-B-Virus (HBV), das unter anderem durch Sperma oder Scheidensekret übertragen wird. Die Infektion verursacht anfangs oft kaum Beschwerden, weshalb sie in vielen Fällen nicht bemerkt wird. Hepatitis B kann akut (Ausheilung innerhalb von sechs Monaten, 90 Prozent der Erkrankungen) oder chronisch (Hepatitis besteht länger als ein halbes Jahr, ein bis zehn Prozent der Fälle) verlaufen.

Hepatitis C...

...ist eine Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-C-Virus (HCV) verursacht wird. Eine Ansteckung durch Geschlechtsverkehr ist zwar selten, aber möglich. In der akuten Phase fühlen sich die Patienten leicht unwohl, aber eigentlich gesund. Sie kann in ein chronisches Stadium übergehen.

Syphilis (Lues venerea)...

...wird durch das Bakterium Treponema pallidum ausgelöst. Sie ist auch unter Lues, harter Schanker, Franzosenkrankheit oder Liebesseuche bekannt. Syphilis betrifft besonders häufig Männer. Sie verläuft in vier Stadien mit unterschiedlichen Symptomen.

Ulcus molle (weicher Schanker)...

...wird durch das Bakterium Haemophilus ducreyi verursacht. Nach der Infektion können mehrere schmerzhafte, rundlich-ovale, eurostückgroße Geschwüre auftreten. Außerdem schwellen die Leistenlymphknoten schmerzhaft an, sie können vereitern und durch die Haut brechen.

Es gibt also ausreichend Gründe, um Safer Sex mit Kondomen zu praktizieren. Besonders bei häufig wechselnden Sexualpartnern ist dies sehr wichtig. Wer hier anfällig ist, sollte immer ein Kondom in der Tasche stecken haben. Sonst kann der Sex vielleicht zum Spiel mit dem Tod werden.

Stand: 28.11.2016
Autor:

Vorlage: Dr. med. Britta Bürger, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe