Vasektomie – sicher, aber nicht endgültig

Vasektomie – eine Verhütungsmethode, die nicht endgültig sein muss

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Auch Männer können sich sterilisieren lassen - die Unterbrechung der Samenleiter oder Vasektomie ist heute ein kurzer, unkomplizierter Routineeingriff, der viele Vorteile hat. Doch was, wenn Sie sich später doch wieder ein Kind wünschen? Tatsächlich lässt sich in vielen Fällen die Sterilisation beim Mann rückgängig machen. Hier lesen Sie alles Wichtige zur Vasektomie.

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Die Vasektomie ist die Sterilisation des Mannes - eine Verhütungsmethode, die immer häufiger durchgeführt wird. Nach der operativen Durchtrennung der Samenleiter können die im Hoden produzierten Spermien nicht mehr in das Ejakulat gelangen. Somit wird eine Schwangerschaft ausgeschlossen, der Geschlechtsverkehr aber nicht beeinträchtigt. Oft wird die Vasektomie als endgültige Form der Empfängnisverhütung eingesetzt - doch sie muss es nicht sein.

Vor- und Nachteile der Vasektomie

Die Sterilisation des Mannes ist eine äußerst sichere Verhütungsmethode. Ein großer Vorteil der Vasektomie liegt darin, dass die Verhütung unmöglich in Vergessenheit geraten kann. Die Dauerhaftigkeit der Vasektomie hat jedoch auch eine Kehrseite: Während der Geschlechtsverkehr wie gewohnt vollzogen wird, ist es nach diesem Eingriff nicht mehr möglich, Kinder auf herkömmliche Weise zu zeugen. Nach einer Vasektomie wäre nur die künstliche Befruchtung eine erfolgsversprechende Alternative.

Die Forschungsergebnisse amerikanischer Wissenschaftler der University of California in San Francisco legen allerdings nahe, dass die Chancen, eine Sterilisation beim Mann rückgängig zu machen, sehr gut stehen. Dafür werden die durchtrennten Samenleiter mit feinen Nähten wieder verbunden (Reanastomose), so dass die Spermien wieder den natürlichen Weg vom Hoden Richtung Prostata finden.

Die Forschungsarbeiten zeigen: Je kürzer die Vasektomie zurückliegt, desto höher ist die Erfolgsrate bei der Reanastomose. Liegt die Sterilisation nur wenige Jahre zurück und es sind genügend bewegliche Spermien im Hoden, kann die Erfolgsquote für die Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit bis zu 95 Prozent betragen. Ihr Urologe kann also eine Vasektomie rückgängig machen - in einem persönlichen Gespräch kann er Sie über diesen Eingriff und dessen Erfolgsschancen beraten.

Sterilisation rückgängig machen - ein relativ sicherer Eingriff

Dennoch: Eine Vasektomie sollte ein wohlüberlegter Eingriff sein. Schließlich geht es um eine operative Behandlung, die naturgemäß mit einem Restrisiko verbunden ist. Das Gleiche gilt für die operative Umkehr dieser Sterilisation. Dennoch sind Komplikationen glücklicherweise verhältnismäßig selten - sowohl bei der eigentlichen Vasektomie als auch bei der operativen Rekonstruktion. Eine Vasektomie ist also eine praktische und sichere  Methode, mit der Männer in der wichtigen Frage der Verhütung Verantwortung übernehmen können. Zugleich ist sie aber auch ein intimer Eingriff, den viele Männer strikt ablehnen. Aber keine Angst vor der Sterilisation: Mann sein heißt nicht nur, Kinder zeugen zu können.

Stand: 27.08.2015

Quellen:

  • Belker AM. et al. Results of 1,469 microsurgical vasectomy reversals by the Vasovasostomy Study Group; J Urol. 1991 Mar;145(3):505-11.
  • Shridharani, A. and Sandlow, J. Vasectomy reversal versus IVF with sperm retrieval: which is better?; Current Opinion in Urology: November 2010 - Volume 20 - Issue 6 - p 503-509 doi: 10.1097/MOU.0b013e32833f1b35
  • Yang G. et al. The kinetics of the return of motile sperm to the ejaculate after vasectomy reversal; J Urol. 2007 Jun;177(6):2272-6
  • Weiske W-H: Vasektomie - aktuelles Stand; Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie 2004; 1 (3), 222-227