Verhüten mit der symptothermale Methode

Mit der symptothermalen Methode können Sie Körpersignale zur natürlichen Verhütung nutzen

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Die symptothermale Methode ermöglicht es Ihnen nur durch Beobachtung Ihres Körpers, Ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage zu unterscheiden. So wissen Sie, wann Sie auf Verhütung verzichten können oder doch lieber zum Kondom greifen sollten. Warum diese Verhütungsmethode allerdings nicht für alle geeignet ist und wie sie genau funktioniert, erfahren Sie hier.

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Natürliche Verhütungsmethoden, zu denen die symptothermale Methode zählt, gelten nicht als besonders sicher. Nicht ganz zu Unrecht, denn Sie müssen Ihren Körper gut kennen, um die Anzeichen zuverlässig deuten zu können. Der große Vorteil der symptothermalen Methode ist allerdings, dass sie verschiedene Veränderungen des Körpers gleichzeitig berücksichtigt - so ergibt sich (bei fehlerfreier Anwendung) insgesamt ein Pearl-Index von 0,3. Das bedeutet, von 1000 Frauen, die diese Methode ein Jahr anwenden, werden drei schwanger. Damit ist die symptothermale Methode die sicherste der natürlichen Verhütungstechniken.

Die symptothermale Methode setzt voraus, dass Sie sich mit Ihrem Zyklus auseinandersetzen. Meist werden Körpertemperatur und Zervixschleim beobachtet, aber auch eine Auswertung von Temperatur plus Muttermundbeobachtung ist möglich. Am besten ist es, wenn Sie Ihre Werte jeweils in einen speziellen Zykluskalender eintragen. Nehmen Sie sich mehrere Wochen Zeit und seien Sie sorgfältig bei der Dokumentation, um ein Gefühl für Ihren Köper bekommen, bevor Sie ganz auf die symptothermale Methode als Verhütung verlassen.

Symptothermale Methode - so messen Sie die Temperatur

Das Messen der Körpertemperatur zur Verhütung ist ein denkbar einfaches Prinzip, denn während des weiblichen Zyklus verändert sich die Temperatur. Konkret bedeutet dass, dass die Temperatur zum Eisprung hin bis zu 0,2 bis 0,5 °C ansteigt. Nehmen Sie am besten morgens vor dem Aufstehen mit einem digitalen Thermometer vaginal oder rektal Ihre Werte. Das Thermometer sollte in jedem Fall zwei Nachkommastellen anzeigen, um eine genaue Messung zu gewährleisten. Notieren Sie anschließend Ihr Ergebnis in Ihrem Zykluskalender. Auch Ausreißer und mögliche Gründe dafür (Schichtarbeit, Krankheiten, zu kurze Schlafphasen etc.) sollten Sie eintragen.

Symptothermale Methode - so untersuchen Sie den Zervixschleim

Die Schleimhautdrüsen des Gebärmutterhalses produzieren ein Sekret, das sich im Laufe des Zyklus verändert. Konsistenz und Aussehen des Schleims erzählen vom nahenden Eisprung und von fruchtbaren und unfruchtbaren Tagen. Bei der symptothermalen Methode lernen Sie, die Unterschiede in Menge und Konsistenz zu erkennen. Grundsätzlich gilt, an den ersten Tagen nach der Regelblutung wird wenig Schleim abgesondert, kurz vor dem Eisprung verstärkt sich die Produktion dagegen stark. Das Sekret wird immer klarer und dünnflüssiger. Etwa vier Tage nach dem Eisprung ändert sich die Konsistenz wieder, der Schleim wird dickflüssiger, die Menge nimmt ab. Nehmen Sie zur Beobachtung des Zervixschleims eine Probe. Drücken Sie sie zwischen Daumen und Zeigefinger zusammen und ziehen Sie sie anschließend auseinander. Der Eisprung steht bevor, wenn sich mehrere Zentimeter lange Fäden ziehen lassen. Kontrollieren Sie am besten täglich morgens Ihr Scheidensekret und protokollieren es in Ihrem Zykluskalender.

Symptothermale Methode - so beobachten Sie den Muttermund

Der Muttermund gibt Aufschluss über den Fortschritt des Zyklus. Zur Beobachtung Ihres Muttermundes spreizen Sie die Beine und gehen in die Hocke. Führen Sie einen Finger tief ein und fühlen Sie nach dem Muttermund. Er funktioniert wie eine körpereigene Schleuse. An fruchtbaren Tagen lässt er Spermien hindurch, an unfruchtbaren Tagen ist er fest verschlossen. Fühlen Sie ihn hoch, weich und offen, sollten Sie nicht auf Verhütungsmittel verzichten. An unfruchtbaren Tagen ist der Muttermund tief, fest und geschlossen. Geben Temperatur und Zervixschleim jetzt ebenfalls den Hinweis auf unfruchtbare Tage, können Sie dank der symptothermalen Methode Geschlechtsverkehr ohne zusätzlichen Schutz haben.

Stand: 15.10.2013

Quellen:

  • Köln Arbeitsgruppe nfp (Natürliche Familienplanung der Malteser Werke e.V. (Hg.): Natürlich und sicher: Auf den eigenen Körper hören. Natürliche Familienplanung. Sichere Empfängnisregelung. Trias Verlag (2005), S. 57-59.
  • pro familia e.V. (www.profamilia.de, Abruf: 31.07.2013)
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V. (www.frauenaerzte-im-netz.de; Abruf 31.07.2013);