Verhütungspanne – was nun?

Der Schreck ist groß, wenn das Verhütungsmittel versagt oder vergessen wird

© Olena Pantiukh/Fotolia

In der Hitze des Gefechts das Kondom vergessen? Unfreiwillig mit der Pille ausgesetzt? Beim Petting doch nicht ganz aufgepasst? Der Schreck ist groß, wenn das Verhütungsmittel versagt oder vergessen wird. Jetzt heißt es ruhig Blut bewahren, denn wer schnell die Panne bemerkt, kann einer drohenden Schwangerschaft immer noch vorbeugen.

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Verhütung für den Notfall

Grundsätzlich stehen zwei Pannen-Mittel zur Verfügung. Zum einen die „Pille danach“, zum anderen hilft auch eine Kupferkette oder Kupferspirale bis fünf Tage nach dem Sex noch als Notfallverhütung. Beide Methoden verhindern, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnisten kann. Die Pille danach ist ein hochdosiertes Hormonpräparat, dass so schnell wie möglich nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden muss. Am besten innerhalb der ersten 12 Stunden, maximal nach 72 Stunden, wenn der Wirkstoff Levonorgestrel verwendet wird.

Tabletten mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat helfen auch noch 120 Stunden nach dem Faux-pas. Die Pille danach gilt übrigens nicht als Abtreibungsmittel, denn wenn sie eingreift, hat sich noch kein Embryo eingenistet. Scheidenspülungen eignen sich nicht, um eine Schwangerschaft bei einem solchen Unfall zu verhindern.

Woher kriege ich die Notfallverhütung?

Kontaktieren Sie so schnell wie möglich Ihren Arzt oder gehen Sie in die Apotheke – denn die Pille danach ist in Deutschland apothekenpflichtig. Informieren Sie dort über das Geschehen und machen Sie deutlich, dass Sie eine eventuelle Schwangerschaft nicht austragen wollen. Wichtig ist, dass Sie sicher sind, dass sie gerade im fruchtbaren Teil Ihres Zyklus sind. Ein Frauenarzt ist außerdem auch die Anlaufstelle, wenn Sie sich schnell noch eine Kupferkette, oder –spirale einsetzen lassen möchten.

Auf Nummer sicher

Machen Sie circa zwei Wochen nach dem Unfall einen Schwangerschaftstest. Wenn die Notfall-Verhütung ihre Wirkung verfehlt hat, müssen Sie sich jetzt entscheiden: austragen oder abtreiben.

Stand: 15.07.2015
Autor:

Vorlage: Melanie Iris Zimmermann

Quellen:     

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.familienplanung.de)
  • pro familia e.V. (www.profamilia.de)