Ausbleibende Regelblutung – das kann es bedeuten

Eine ausbleibende Regelblutung kann viele Ursachen haben.

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So lästig sie manchmal sind – wenn die Menstruation lange auf sich warten lässt, wird so manche Frau unruhig. Amenorrhö – so der Fachbegriff – kann unterschiedliche Ursachen haben. Manchmal sind Zysten am Eierstock dafür verantwortlich, aber auch starkes Abnehmen oder Stress können die Hormone durcheinanderbringen. Erfahren Sie hier, warum die Tage ausbleiben können.

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Grundsätzlich unterscheiden Mediziner zwei Arten von Amenorrhö: Bei einer primären Amenorrhö hat sich im Verlauf der Pubertät keine Monatsblutung eingestellt, was in aller Regel auf angeborene Fehlbildungen bzw. Funktionsstörungen im Bereich der Hormon produzierenden Drüsen zurückzuführen ist. War die Menstruation immer regelmäßig und bleibt dann plötzlich aus, liegt eine sekundäre Amenorrhö vor.

Natürliche Auszeit

Lässt die Regelblutung länger als drei Monate auf sich warten, spricht man von einer sekundären Amenorrhö. Manchmal ist der Grund dafür ganz einfach, so ist die Frau zum Beispiel schwanger, stillt oder durchläuft gerade die Wechseljahre. In diesen Fällen bewirkt die Umstellung der weiblichen Hormone auch einen Stopp der Regelblutung. Manchmal bleibt die Regel auch lange aus, wenn die Frau ihre hormonellen Empfängnismittel abgesetzt hat – insbesondere bei der Hormonspritze ist das eine bekannte Nebenwirkung. Können diese Ursachen allerdings ausgeschlossen werden, ist ein Gang zum Arzt fällig.

Komplexer Regelkreis

Das Regelsystem der weiblichen Hormone, und damit der Periode sind sehr komplex. Der Zyklus wird durch verschiedene Hormone reguliert. Oberste Instanz der Hormonproduktion ist der Hypothalamus im Zwischenhirn. Hier wird unter anderem das Gonadotropin Releasing Hormon (GnRH) hergestellt. Dieser Botenstoff bewirkt die Freisetzung von Follikelstimulierendem Hormon (FSH) und Luteinisierendem Hormon (LH). Unter dem Einfluss von FSH produzieren die Eierstöcke Östrogen, und es reift eine Eizelle heran. Parallel trifft die Gebärmutter Vorkehrungen für die Einnistung eines befruchteten Eis. Bleibt nach dem Eisprung, der durch LH ausgelöst wird, eine Befruchtung aus, setzt die Menstruation ein.

Stress bringt Hormone durcheinander

Besonders Stress kann die Hypothalamusfunktion nachweislich stören. Stress steckt häufig dahinter, wenn der weibliche Zyklus aus dem Takt gerät. Familiäre oder berufliche Auseinandersetzungen, aber auch positiver Stress etwa durch eine große Reise können die Hormonausschüttung empfindlich stören. Ganz genau sind die Zusammenhänge zwischen Psyche und Hormonsystem nicht geklärt, dass sie existieren, ist aber unstrittig.

Extrembelastungen für den Körper

Eine andere mögliche Ursache ist Leistungssport, denn auch extreme körperliche Anstrengung macht dem Hypothalamus zu schaffen. Starke Gewichtsabnahmen etwa im Rahmen einer Magersucht oder extremer Diäten kommen besonders bei jungen Frauen als weiterer Grund für ein Ausbleiben der Monatsblutung in Betracht. Dies ist als Hilferuf des Körpers zu verstehen.

Zysten wie Perlen auf einer Schnur

Manchmal steckt hinter dem Ausbleiben der Regelblutung aber auch eine ernstzunehmende Erkrankung, etwa das Polyzystisches Ovar-Syndrom. Hier kommt es zusätzlich zur Amenorrhö zu Zeichen einer Vermännlichung (Behaarung oder Stimmlage). Die genaue Ursache dieser Hormonstörung, bei der die Eierstöcke durch perlschnurartige Zysten verändert sind, konnte noch nicht entschlüsselt werden. Das Polyzystische Ovar ist immerhin bei fünf bis zehn Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter anzutreffen.

Weitere ernstzunehmende Ursachen, die dringen medizinisch ausgeschlossen werden sollen, sind unter anderem:

  • Eileiterschwangerschaft
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Zysten
  • Tumore (an den Eierstöcken oder auch im Gehirn)
  • Chronisches Nierenversagen
  • Erkrankung der Nebenniere

Vorzeitige Wechseljahre

Versiegt bei Frauen unter 40 die monatliche Blutung, kann das noch eine andere Ursache haben: einen vorzeitigen Eintritt der Wechseljahre. Begleitende Symptome wie Hitzewallungen, Scheidentrockenheit und nächtliche Schweißausbrüche würden diesen Verdacht erhärten. Der Berufsverband für Frauenärzte gibt an, dass dies bei etwa zehn Prozent der Frauen der Fall sein könnte.

Stand: 02.05.2017
Autor: Ulrike Viegner

Quellen:

  • Albrecht Pfleiderer: Gynäkologie und Geburtshilfe, 5. Auflage Thieme 2007
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V.; www.frauenaerzte-im-netz.de; Abruf 16.07.2015