Der Eisprung – der wichtigste Tag im Zyklus

In den Tagen um den Eisprung ist die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, besonders hoch.

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Einmal im Monat findet er statt: der Eisprung. Zu wissen, wann das genau geschieht, ist aus verschiedenen Gründen nützlich. Zum einen ist der Eisprung für Paare mit Kinderwunsch der perfekte Termin für Geschlechtsverkehr. Zum anderen sollten Frauen mit natürlichen Verhütungsmethoden jetzt besonders achtsam sein. Hier erfahren Sie, was der Eisprung ist und wie Sie ihn ermitteln können.

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Befruchtung nach dem Eisprung

Während der fruchtbaren Jahre wiederholt sich bei Frauen monatlich der immer gleiche Zyklus, dessen Höhepunkt der Eisprung (Ovulation) darstellt. Beim Eisprung wandert ein befruchtungsfähiges Ei von einem der beiden Eierstöcke der Frau in den Eileiter und von dort aus in Richtung Gebärmutter. Der Eisprung findet etwa in der Mitte des Monatszyklus statt. Jetzt ist die Chance für eine Schwangerschaft besonders hoch. Ärzte sprechen auch von einer hoch fertilen (fruchtbaren) Phase. Individuell fällt dieser Zeitraum unterschiedlich lange aus, in dem eine mögliche Befruchtung der Eizelle passieren kann. Obwohl in beiden Eierstöcken Eizellen heranreifen, findet in der Regel pro Monat nur auf einer Seite ein Eisprung statt.

Das passiert beim Eisprung

Der Eisprung wird durch das Zusammenwirken mehrerer Hormone koordiniert:

  1. Die Menge der Hormons Östrogen ist nach der Regelblutung niedrig, sodass vermehrt das sogenannte follikelstimulierende Hormon (FSH) produziert wird. Dieses Hormon lässt im Eierstock mehrere Follikel heranreifen.
  2. In der Regel wächst ein Follikel besonders schnell und hindert so die anderen Bläschen mithilfe des Hormons Östradiol daran, sich weiter zu entwickeln.
  3. Ist das Follikel und die darin enthaltene Eizelle ausgereift, herrscht ein hoher Östrogenspiegel im Körper. Das löst die Abgabe von großen Mengen des luteinisierendes Hormon (LH) in den Körper aus.
  4. Dieses Hormon bewirkt, dass das Follikel die Eizelle in den Eileiter abgibt - das ist der Eisprung. Ab jetzt kann die Eizelle von einem Spermium befruchtet werden.
  5. Im Eierstock bleibt der Rest des Follikels - der Gelbkörper - zurück, der das Gelbkörper-Hormon (Progesteron) produziert. Das gibt der Gebärmutter nach dem erfolgten Eisprung das Signal: Achtung - es macht sich eine eventuell befruchtete Eizelle auf den Weg.
  6. Progesteron und Östrogen verhindern die Bildung von FSH und LH, bis sich nach circa zehn Tagen der Gelbkörper auflöst und mit ihnen die Werte sinken. Der Zyklus beginnt von Neuem.

Von außen messbar ist der Eisprung durch einen Anstieg des LH-Hormons im Blut. Etwa einen Tag nach dem LH-Hoch verlässt die Eizelle das Follikel. Außerdem weist auch eine Erhöhung der Basaltemperatur (der Körpertemperatur unmittelbar nach dem Aufstehen) auf den Eisprung hin. Sie steigt unter dem Einfluss von LH um etwa 0,2 °C an.

Vorsicht vor Rechenfehlern beim Eisprung

Studien haben gezeigt, dass der Zeitraum der hoch fertilen Phase von Frau zu Frau stark schwanken kann. Nur bei etwa zehn Prozent der untersuchten Frauen mit einem regelmäßigen 28-Tage-Zyklus fand der Eisprung exakt 14 Tage vor der nächsten Menstruation statt. Fruchtbare Tage können durchaus auch noch vor den zehnten Tag oder nach dem 17. Tag des Zyklus fallen. Rechenkünste alleine reichen deshalb nicht aus, um den Eisprung zu bestimmen und entsprechend eine Schwangerschaft zu verhüten. Wer auf natürliche Verhütung setzen möchte, kombiniert deswegen die Rechenmethode mit der symptothermalen Methode oder verwendet LH-Teststreifen aus der Apotheke. Steigt der LH-Gehalt im Urin der Frau an, steht der Eisprung kurz bevor, und das "fruchtbare Fenster" öffnet sich - für etwa fünf Tage.

Stand: 23.08.2013

Quellen:

  • Denk, Melanie: "Versteckte Signale der Ovulation - Verhalten und Selbstwahrnehmung in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus." GRIN, 2004
  • Frauenärzte im Netz (www.frauenaertzte-im-netz.de; Abruf 21.05.2013)