G-Punkt - Sexuelle Höhenflüge

Der G-Punkt liegt etwa vier bis fünf Zentimeter vom Scheideneingang entfernt, hinter der Scheidenvorderwand in der Nähe der Harnröhre

© JochenSchoenfeld/iStock

Der G-Punkt soll Frauen wahre sexuelle Höhenflüge bescheren - Orgasmus auf Knopfdruck sozusagen. Als erster beschrieb der deutsche Gynäkologe Dr. Ernst Gräfenberg in den 50er-Jahren diese erogene Zone der Frau. Der Lustpunkt in der vorderen Scheidenwand soll für besonders intensive Orgasmen verantwortlich sein.

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Die Existenz ist allerdings nicht wirklich bewiesen, so veranstalten Forscher seit Jahren wilde Jagden auf den G-Punkt. Manche halten ihn für einen Mythos, die anderen für einen Lustbringer der Extraklasse. Viele Experten vergleichen den G-Punkt mit der männlichen Prostata – der Lustpunkt bei Männern. Außerdem soll er die Schmerzen bei der Geburt lindern, weil die Stimulation körpereigene Schmerzmittel (Endorphine) freisetzt – das alles ist aber Spekulation.

Suchen und finden

Der G-Punkt liegt etwa vier bis fünf Zentimeter vom Scheideneingang entfernt, hinter der Scheidenvorderwand in der Nähe der Harnröhre. Und so finden Sie das Lustzentrum: Führen Sie einen Finger in die Vagina ein und krümmen Sie ihn leicht in Bauchrichtung. Wenige Zentimeter hinter dem Scheideneingang fühlt sich die Haut rau, gerippt und hart an wie eine Walnussschale, während das umliegende Gewebe glatt ist – das ist der G-Punkt.

Wenn man die Zone massiert, verspürt man einen Harndrang, was manche als unangenehm empfinden. Die Haut schwillt aufgrund des Blutzuflusses an und verhärtet sich (es soll sich um erektiles Gewebe handeln). Man kann einen ovalen Knoten von etwa zwei Zentimetern ertasten, der in etwa die Größe eines Ein-Euro-Stücks hat. Die Größe sagt aber nichts über die Intensität des Lustempfindens aus, sie ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Ist die Scheide trocken, empfinden Frauen die Stimulation dieses Bereichs eher als unangenehm. Erst mit steigender Erregung wird die Reizung der Zone als lustvoll empfunden. Bei fortgeführter Stimulation kann es beim Orgasmus zu einer Ausschüttung von Flüssigkeit kommen (weibliche Ejakulation). Auch mehrere Orgasmen hintereinander sind möglich.

Wenn Sie diese Zone gefunden und erforscht haben, kann die Stimulation einen intensiveren, lustvolleren und länger anhaltendem Orgasmus auslösen als die Stimulation der Klitoris. Der eine Orgasmus gehöre in die Kategorie Champions League, der klitorale in die zweite Bundesliga – so beschreiben es jedenfalls manche. Auf jeden Fall schadet es sicher nicht, wenn Frau und Mann sich mit dem Lustzentrum vertraut machen!

Welche Stellungen stimulieren den G-Punkt?

Bei der Löffelchenstellung oder beim Sex von hinten (a tergo) kann der Mann den G-Punkt mit dem Penis gut stimulieren. Noch besser ist die Reiterstellung – hier sitzt die Frau auf dem Partner und kann die Bewegungen und die Richtung des Penis beeinflussen, indem sie sich leicht nach hinten lehnt.

Auch durch die gute alte Missionarsstellung lässt sich der G-Punkt stimulieren, allerdings muss man sie leicht abwandeln. Die Frau stützt die Fersen auf die Schultern des Partners, der über sie gebeugt ist.
Eines ist aber auf jeden Fall klar: Frauen sind sehr unterschiedlich und auf Knopfdruck funktionieren sie ganz bestimmt nicht!

Stand: 06.05.2013
Autor:

Vorlage: Dr. med. Britta Bürger, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe