Ohne Hormone gegen Hitzewallungen

Experten raten, was bei Hitzewallungen hilft, und was nicht.

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Plötzlich schweißgebadet – überfallsartige Hitzewallungen bringen den Temperaturhaushalt bei Frauen in den Wechseljahren aus dem Gleichgewicht. Vielen behelfen sich mit hormonhaltigen Medikamenten. Andere setzen auf natürliche Alternativen. Ein Expertengremium hat bewertet, was hilft, und was nicht. Erfahren Sie außerdem in der Bildergalerie, wie Sie mit der richtigen Ernährung die Umstellung ihres Körpers unterstützen.

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Wenn es um die Behandlung unangenehmer Hitzeschüben geht, herrscht bei Frauen große Unsicherheit. „Viele probieren eine Sache nach der anderen aus“, erklärt Janet S. Carpenter von der Vanderbilt University School of Nursing. Oft dauere es Monate, bevor eine Betroffene zufällig über etwas stolpere, das ihr hilft. Carpenter war eine der Experten, die für die North American Menopause Society verschiedene alternative Ansätze gegen Hitzewallungen und die Studienlage dazu unter die Lupe genommen hat.

Empfehlenswerte Verhaltenstherapie

Am erfolgreichsten bekommen demnach Frauen Hitzewallungen mit einer Kombination aus Verhaltenstherapie, Entspannungstechniken und guter Schlafhygiene in den Griff. Auch wenn nicht unbedingt die Anzahl der Hitzeschübe zurückging, so wurden sie doch als weniger intensiv und damit auch weniger belastend wahrgenommen. Ebenfalls als hilfreich zeigte sich Hypnose.

Änderungen im Lebensstil können ebenso Linderung bringen – auch wenn hier die Signifikanz der in Betracht gezogenen Studien nicht ganz so hoch war. Trotzdem sei es einen Versuch wert, mit Gewichts- und Stressreduktion Hitzewallungen zu begegnen.

Eingeschränkt empfehlenswert

Auch bestimmte Wirkstoffe, darunter zum Beispiel Sojaerzeugnisse und eine sogenannte Stellatumblockade – hierbei werden mit einem lokalen Betäubungsmittel bestimmte Nerven ruhiggestellt – bessern bei einigen Frauen die Symptome. Einen Einfluss auf die Hitzewallungen zeigten auch verschiedene Serotonin-Hemmer, Clonidin oder andere Neurotransmitter-Hemmstoffe. Diese Interventionen empfehlen die Experten aber nur mit einem gewissen Vorbehalt, einfach weil der Beweis ihrer Wirksamkeit nicht ganz so stark war.

Yoga und Co. helfen nicht

Keinen Beweis für eine Wirksamkeit gegen Hitzewallungen gibt es bei einer Vielzahl anderer alternativer Ansätze. Yoga, Akupunktur, Chiropraktik oder bestimmte Atemtechniken lindern die Beschwerden nicht, auch wenn sie auf andere Weise für die Gesundheit förderlich sind.

Die Experten sprechen ebenfalls keine Empfehlung für zahlreiche Heilpflanzen aus, die gerne gegen Hitzewallungen eingesetzt werden. Dazu gehören Flachssamen, Nachtkerze, Trauben-Silberkerze oder Chinesischer Engelwurz. Auch Vitamine, Pollenextrakt oder Omega-3-Fettsäuren zeigen laut Studienlage keinen Einfluss auf Hitzewallungen.

Hitzewallungen und Wechseljahre

Hitzewallungen werden als typische Begleiterscheinung der Wechseljahre angesehen. Der genaue Mechanismus, wie es zu den Hitzeschüben kommt, ist noch unklar. Sicher ist aber, dass die Hormonumstellung eine wichtige Rolle spielt. Die Produktion des Sexualhormons Östrogen sinkt in den Wechseljahren, und dieser Botenstoff beeinflusst unter anderem die Wärmeregulation des Körpers. Neben den Hormonen können auch noch andere Faktoren die Hitzewallungen begünstigen, etwa Kaffee, stark gewürzte Speisen oder schwer verdauliches Essen. Sie können aber auch Begleiterscheinungen von Medikamenten sein.

Stand: 22.11.2016
Autor:
Quelle: North American Menopause Society: Nonhormonal management of menopause-associated vasomotor symptoms: 2015 position statement of The North American Menopause Society.; Menopause. 2015 Sep 17. [Epub ahead of print]