Grüne Apotheke bei Bronchitis
Husten, der nicht besser wird, dazu erhöhte Temperatur, Schüttelfrost und Erschöpfung. Nicht immer brauchen Sie bei solchen Symptomen die chemische Keule. Heilmittel aus der Natur haben sich seit Jahrhunderten bewährt und können viele Beschwerden lindern - die besten Tipps aus der grünen Apotheke.
Heilpflanzen wirken nicht direkt, sondern unterstützen den Körper dabei, mit Infektionen besser zurechtzukommen. Das passiert auf verschiedenen Wegen.
Gesteigerte Schweißbildung
Schweißtreibende Wirkstoffe sind in Holunder- oder Lindenblüten zu finden. Vermehrtes Schwitzen bringt die Abwehrkräfte auf Trab und kann fiebersenkend wirken. Eine Schwitzkur mit anschließender Bettruhe bewirkt manchmal wahre Wunder. Sie ist auch ein beliebtes Mittel, um eine Infektion im Anfangsstadium zu bekämpfen und regelrecht "auszuschwitzen".
Gestärkte Abwehr
Pflanzen, welche die Körperpolizei aktivieren und stärken, sind unter anderem Echinacea (Sonnenhut), Wasserdost, Schwarze Johannisbeere, Hundsrose und Sanddorn. Auch damit lässt sich der Beginn einer Bronchitis oft verhindern. Auch zur Vorbeugung sind diese Pflanzen geeignet.
Hilfe bei trockenem Husten
Hustenhemmende Mittel sind nur dann sinnvoll, wenn kein Schleim gebildet wird und die Schleimhaut der Atemwege durch den permanenten Hustenreiz irritiert ist. Hier helfen Pflanzen wie Eibisch, Huflattich, Isländisch Moos, Königskerze, Malve und Spitzwegerich. Sie enthalten Pflanzenschleim, der sich auf die gereizten Atemwege legt und den Hustenreiz unterdrückt.
Der Schleim muss raus
Hustet der Betroffene dagegen viel Schleim hoch, sind sogenannte auswurffördernde Mittel besser geeignet. Heilpflanzen wie Efeu, Seifenkraut, Schlüsselblume, Süßholzwurzel, Fenchel, Anis, Fichtennadeln, Thymian oder Eukalyptus enthalten Stoffe, die das Abhusten von festsitzendem Bronchialschleim erleichtern. Manche sorgen dafür, dass der Körper vermehrt dünnflüssigen Schleim bildet. Andere verflüssigen den Schleim oder fördern dessen Abtransport, indem sie die Flimmerhärchen in den Bronchien aktivieren.
Krämpfe lösen
Bei dauerndem Husten kann die Atemmuskulatur verkrampfen. Pflanzen wie Sonnentau, Efeu, Quendel, Thymian, Zwiebel und Pestwurz haben krampflindernde Wirkung und können die Muskulatur wieder lockern.
Antibiotika aus dem Pflanzenreich?
Auch pflanzliche Stoffe haben antibiotische Wirkung und können Bakterien abtöten oder ihr Wachstum hemmen. Die sogenannten Phytobiotika haben einen entscheidenden Vorteil: Während viele Erreger gegen herkömmliche antibiotische Mittel Resistenzen entwickeln können, ist das bei dem pflanzlichen Pendant so gut wie unmöglich. Denn Phytobiotika haben einen viel komplexeren Wirkmechanismus. Beispiele für Pflanzen mit antibiotisch wirkenden Inhaltsstoffen sind Thymian, Knoblauch, Isländisch Moos, Bärentraube, Johanniskraut und Efeu.
Am besten in der Apotheke kaufen
Kaufen Sie Ihre pflanzlichen Helfer am besten in der Apotheke. Das garantiert eine kontrollierte Qualität und die richtige Dosierung der Wirkstoffe. Denn auch bei den vermeintlich sanften Mitteln aus der Natur kann es zu Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten kommen. Die häufige Einnahme von Bärentrauben zum Beispiel kann der Leber schaden. Im Zweifel fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Autor: Kathrin Rothfischer
Vorlage: Martina Feichter
- Fintelmann V. et al.: Lehrbuch der Phytotherapie. Thieme Verlag. 11. Auflage 2006
- Melchart D. et al.: Naturheilverfahren. Schattauer Verlag. 2008
- Mutschler E. et al.: Arzneimittelwirkungen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. 9. Auflage 2008


