So erkennen Sie COPD
Quälender Husten, zäher Auswurf und schlimme Atemnot - die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), auch Raucherhusten genannt, ist keine harmlose Erkältung, sondern eine chronische Erkrankung der Lunge. Um schwere Komplikationen zu verhindern, ist eine frühe Therapie notwendig. Welche Anzeichen typisch für eine COPD sind, erfahren Sie hier.
Etwa ein Prozent der Deutschen leidet an COPD. Nach Aussagen des Statistischen Bundesamts rangierte das Lungenleiden 2010 auf Platz fünf der Todesursachenstatistik. Hauptursache für die entzündeten und dauerhaft verengten Atemwege ist das Rauchen. Tatsächlich sind knapp 90 Prozent aller Betroffenen Raucher oder Ex-Raucher.
Auch die chronische Bronchitis wird vor allem durch Rauchen verursacht. Dabei handelt es sich um eine dauerhafte Entzündung der Atemwege. Anders als die COPD ist eine chronische Bronchitis normalerweise heilbar, denn hier haben noch keine Umbauprozesse des Gewebes stattgefunden, die in einer bleibenden Verengung der Bronchien enden. Unbehandelt kann chronische Bronchitis Auslöser der COPD sein.
Zwei Krankheitstypen
Es gibt zwei verschiedene Typen von COPD. Sie werden nach dem äußeren Erscheinungsbild eingeteilt, wobei es auch Mischtypen gibt.
- Rosa Keucher oder Pink Puffer: Der Betroffene ist mager und leidet unter schwerer Atemnot. Keine Blaufärbung zum Beispiel der Lippen. Mitunter kommt es zu Reizhusten. Todesursache ist meist ein Versagen der Atmung.
- Blauer Huster oder Blue Bloater: Der Betroffene leidet vor allem an Husten und Auswurf, aber kaum an Atemnot. Oft ist er übergewichtig und hat blau verfärbte Lippen und Nägel. Todesursache meist Herzschwäche.
Auf jeden Fall zum Arzt gehen
Die Beschwerden können im weiteren Verlauf der COPD immer schlimmer werden. Eine Verschlechterung der Krankheit können Sie an bestimmten Merkmalen erkennen. Bei Verdacht auf COPD sollten Sie generell einen Arzt aufsuchen, spätestens aber dann, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bei sich bemerken:
- Atemnot, Husten und Auswurf verstärken sich
- der Auswurf verfärbt sich (gelb-grüner Schleim ist zum Beispiel ein Zeichen für eine Infektion mit Bakterien)
- der Betroffene fühlt sich müde und hat möglicherweise sogar Fieber
- der Betroffene klagt über Brustenge
So können Sie vorbeugen
Es gibt ein paar einfache Maßnahmen, mit dem Sie dem chronischen Lungenleiden vorbeugen können:
- Das beste Mittel, um COPD zu verhindern: Hören Sie mit dem Rauchen auf! Viele Krankenkassen bieten Rauchstopp-Programme an, die den Nikotinverzicht erleichtern.
- Vermeiden Sie staubige, kalte oder verschmutzte Luft. Auch Passivrauchen schadet! Schadstoffe können die Lunge schädigen.
- Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen. Besonders für Personen, die bereits an COPD leiden, ist das wichtig. Damit lassen sich infektionsbedingte Komplikationen vorbeugen
Autor: Kathrin Rothfischer
Vorlage: Dr. med. Manfred Werner
- Bundesärztekammer (BÄK) et al.: Nationale Versorgungsleitlinie COPD (Stand: Januar 2012)
- Rennard S.I.: Looking at the Patient - Approaching the Problem of COPD. The New England Journal of Medicine 2004; 350:965-966
- Gesundheitsberichterstattung des Bundes (www.gbe-bund.de; Abruf: 11.04.2012)
- Leitlinien der Dt. Ges. f. Pneumologie und Beatmungsmedizin: Tabakentwöhnung bei COPD (Stand: Mai 2008)
- Leitlinien der Dt. Ges. f. Pneumologie und Beatmungsmedizin: Langzeit-Sauerstofftherapie (Stand: 2007)
- Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag 2012
- Weltgesundheitsorganisation WHO (www.who.int; Abruf: 11.04.2012)
- Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD): Global Strategy for Diagnosis, Management, And Prevention of Chronic Obstructive Pulmonary Diseases (Stand: Dezember 2011)



