Hunde als Stressstaubsauger

Stimmungsaufheller, Blutdrucksenker oder Verkuppler an der Leine - Haustiere bieten ihrem Besitzer viele gesundheitliche Vorteile

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Den meisten Tierbesitzern muss man es gar nicht erst sagen - Haustiere verbessern das Wohlbefinden ihrer Halter. Wir zeigen Ihnen, wie Sie von Waldi, Miezi und Co. profitieren können: acht Gründe für ein Haustier in Bildern. Hunde zum Beispiel bereichern nicht nur emotional das Leben, sie tun auch in anderen Bereichen etwas für uns: als Stimmungsaufheller, Verkupplungshilfe oder Abnehmcoach. 

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Vierbeiner sind Stressstaubsauger

Wer nur drei Minuten seinen Hund streichelt, tätschelt und mit ihm redet, beruhigt seinen Herzschlag und bringt eine Kettenreaktion in Gang. Zum einen verringert sich das Stresshormon Cortisol, zum anderen kommt es zu einem Anstieg von Oxytocin. Die Folge: Der Stress baut sich ab. Hunde sind also wahre Stressstaubsauger, wirken beruhigend und hellen die Stimmung auf. Deswegen sollen sie auch bei der Behandlung von Depressionen hilfreich sein.

Hunde helfen beim Abnehmen

Besitzer eines Hundes kommen mehr an die frische Luft, als es Menschen ohne Haushund tun. Immerhin führen laut einer amerikanischen Studie 80 Prozent der Hundehalter ihre Lieblinge länger als zehn Minuten am Stück Gassi. 42 Prozent bewegten sich sogar mehr als 30 Minuten täglich. Körperliche Aktivität gilt als bewährtes Mittel, um zahlreiche Krankheiten wie zum Beispiel Osteoporose oder Diabetes vorzubeugen oder bestimmte Beschwerden, etwa bei Arthrose, zu verbessern.

Aber Bewegung hilft nicht nur bei der Prävention. Damit lässt sich auch ganz konkret Gewicht verlieren. Ein Umstand, den sich die Universität Missouri zu Nutze macht. Die Universität bietet folgendes Program an: „Geh mit einem Hund, verlier ein Pfund“. Teilnehmer werden an regionale Tierheime vermittelt und gehen dort regelmäßig mit den Hunden, ohne dass sie sich selbst einen anschaffen müssten.

Bereicherung fürs Sozialleben

Der Mensch ist ein Wesen, der soziale Anbindung braucht. Oft vereinsamen Leute, wenn sie älter werden, weil ihre Bekannten und Verwandten sterben. Haustiere können hier guten Ersatz bieten. Senioren gewinnen so einen liebevollen und treuen Kameraden, der im Kampf gegen die Einsamkeit hilft. Zusätzlich bietet die Versorgung des Haustieres eine tägliche Aufgabe und strukturiert den Alltag.

Aber auch Leute im besten Alter profitieren: Gerade in Großstädten klagen viele Menschen über die Anonymität. Hundebesitzer machen die Erfahrung, dass Wildfremde sie auf ihr Haustier ansprechen. So dient der Vierbeiner vielen als Eisbrecher - und ebnet damit den Weg für neue, auch tiefergehende Beziehungen.

Deutsche Haustiere

Rein statistisch gesehen, nutzen schon viele Deutsche unbewusst die Gesundheitsvorteile durch Haustiere. Laut dem Industrieverband Heimtierbedarf lebten 2011 22 Millionen Haustiere in deutschen Haushalten, davon 8,2 Millionen Katzen und 5,4 Millionen Hunde. Fische und Terrarientiere sind dabei nicht mit eingerechnet.

Stand: 23.09.2015

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Quellen:

  • Ham, S. and Epping, J. Dog Walking and Physical Activity in the United States. Prevention of Chronic Disease, 3(2) Apr 2003. A 47.
  • McCulloch M. et al. Diagnostic accuracy of canine scent detection in early- and late-stage lung and breast cancers. Integr Cancer Ther. 2006 Mar;5(1):30-9.
  • Lenihan D. et al Benefits of Reading Assistance Dogs; Cummings School of Veterinary Medicine
  • Filan SL et al. Animal-assisted therapy for dementia: a review of the literature. Int Psychogeriatr. 2006 Dec;18(4):597-611. Epub 2006 Apr 26.
  • Universität Bonn: ww.aow-bonn.de (Abruf 04.12.2102)
  • Bergroth E. et al. Respiratory Tract Illnesses During the First Year of Life: Effect of Dog and Cat Contacts; Pediatrics 2012;130;211; originally published online July 9, 2012