Fiese Reise-Souvenirs

Ebola - Das Ebola-Virus ist einer der gefährlichsten Krankheitserreger weltweit. Es zählt zur Gruppe der hämorrhagischen Fieber - fieberhafte Erkrankungen, die mit inneren Blutungen einhergehen. Das Virus breitet sich auf den ganzen Organismus aus und zerstört die Blutgefäße. Blutungen im Magen-Darm-Kanal, der Milz und in der Lunge enden meist tödlich.

© Centers for Disease Control and Prevention

Die Welt ist klein geworden. Thailand, Chile, Südafrika - Fernreisen sind für viele heute selbstverständlich. Doch nach dem Traumurlaub folgt manchmal das böse Erwachen: tückische Krankheitserreger. Gegen manche kann man sich impfen lassen - doch gegen andere gibt es keinen vorsorglichen Schutz. Ein Besuch im Institut für Tropenmedizin und unsere Klickstrecke zeigt Ihnen die gefährlichsten Mitbringsel.

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Sabine Stauga arbeitet in der Ambulanz des Hamburger Tropeninstitutes. Hier kann man sich beraten lassen, wenn einen das Reisefieber packt und auch die nötigen Schutzimpfungen geben lassen. "Die Impfungen können lebensrettend sein", sagt die Ärztin. Denn Krankheiten wie Typhus, die hierzulande kaum noch auftreten, sind anderswo auf der Welt noch durchaus verbreitet.

120 Jahre Erfahrung

Im Bernhard-Nocht-Institut hat man mit exotischen Krankheiten viel Erfahrung: Bereits im Jahr 1892 kam der Berliner Tropenmediziner, dessen Namen das Institut trägt, in die Hafenstadt. Der Schüler von Robert Koch wurde entsandt, um in Hamburg wütenden Choleraepidemie Herr zu werden - und zu erforschen. Ab 1893 war er für die medizinische Kontrolle der einlaufenden Schiffe zuständig.

Heute gehört das Bernhard-Nocht-Institut, das er bis 1930 leitete, zu den renommiertesten seiner Art. Im modernen Anbau des altehrwürdigen Gebäudes an der Hamburger Hafenstraße befindet sich unter anderem ein Hochsicherheitslabor der Stufe 4. In ganz Deutschland gab es davon nur noch ein weiteres, nämlich in Marburg, in ganz Europa weitere vier. Hier erforschen die Wissenschaftler die tödlichsten Viren der Welt: Ebola, Marburg, Lassa.

Im älteren Trakt aber gehen die Mediziner noch immer ihrem ursprünglichen Auftrag nach. Sie kümmern sich um Menschen, die sich in tropischen Gefilden mit hierzulande nicht auftretenden Krankheiten infiziert haben: Viren, Bakterien oder Parasiten wie der Malariaerreger.

Alarmierende Fieberschübe

An einem schönen Sommermorgen herrscht hier reges Kommen und Gehen. „Die meisten Patienten kommen mit Fieber und Durchfall“, berichtet Stauga. Nach einem Aufenthalt in exotischen Ländern können das tatsächlich Symptome einer gefährlichen Tropenkrankheit sein. Allein gut hundert Malariafälle schlagen jedes Jahr in der Ambulanz auf. Besonders gefürchtet ist die Malaria tropica. „Unbehandelt verläuft sie schnell tödlich“, berichtet die Medizinerin. Aber auch Denguefieber, geschwürverursachende Leishmaniosen oder sogar Lepra kommen vor. „Diese Patienten haben dann häufig eine Odyssee von Hautarzt zu Hautarzt hinter sich – an Lepra denken die wenigsten.“

Die Diagnosestellung ist nicht immer einfach. Der Arzt muss wissen, welche Krankheiten überhaupt infrage kommen, um die richtigen Proben zu entnehmen. Und auch die Laboranten brauchen viel Erfahrung. Theoretisch könne fast jedes Labor eine solche Untersuchung durchführen, sagt Stauga. Aber nur wer die Erreger regelmäßig unters Mikroskop bekommt, entdeckt auch den einen Malaria Parasiten, der sich in der Probe versteckt. „Für den Patienten kann das über Leben und Tod entscheiden.“

Hinter der Medizinerin an der Wand hängen bestechend ästhetische Abbildungen diverser Krankheitserreger. Sie sind schön, aber potenziell tödlich. Wenn also nach einem Tropenaufenthalt mysteriöse Symptome auftreten, dem rät die Medizinerin dringend, sich von Experten untersuchen zu lassen.

Stand: 31.07.2013
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