Reisethrombose - sind Sie gefährdet?

Auf langen Reisen steigt das Risiko, dass sich Blutgerinnsel in den tiefen Beinvenen bilden.

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Auf langen Reisen steigt das Risiko, dass sich Blutgerinnsel in den tiefen Beinvenen bilden. Denn die Sitzposition erschwert den Gefäßen die Arbeit. Thrombosen sind schmerzhaft und können lebensbedrohlich werden. Erfahren Sie was, wie Sie sich schützen können, und ob Sie besonders gefährdet sind. In der Klickstrecke: Die neun besten Tipps für fitte Beine.

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So schön Ferien auch sind - das Reisen selbst ist meist eher unbequem. Zusammenpfercht in Bussen, Bahnen, Fliegern oder Autos harren jährlich Millionen Menschen stundenlang fast  bewegungslos aus, um ihr Urlaubsziel zu erreichen. Das lange Sitzen geht in die Beine - sie schwellen an. Grund dafür ist die abgewinkelte Haltung, in der das Blut nur mühsam zu Herzen gepumpt werden kann.

Thrombose: Schmerzen und Verfärbungen

Während dicke Beine von alleine wieder verschwinden, bleibt manchen von der Urlaubsreise ein gefährliches Souvenir: Durch den Stau in den Gefäßen können sich leicht Blutgerinnsel bilden. Sie schmerzen, vor allem unter den Fußsohlen. Auch Verfärbungen und Schwellungen sind mögliche Symptome. Lassen Sie solche Anzeichen von einem Venenspezialisten abklären. Denn wenn sich sich der Blutpfropf löst und in die Lunge wandert, entsteht ein lebensbedrohlicher Lungengefäßverschluss - eine Lungenembolie.

Achtung: Eine Thrombose kann sich auch noch Tage nach der Reise bemerkbar machen. Bleiben Sie darum noch einige Zeit wachsam.

Lange Reise, hohes Risiko für Thrombosen

Besonders groß ist die Gefahr auf langen Reisen. Im Flieger ist das Risiko für das so genannte "Touristenklassensyndrom" sogar noch höher. Der niedrige Druck in der Kabine macht den Venen die Arbeit zusätzlich schwer. Auch ist die Luft an Bord sehr trocken - der Körper verliert viel Flüssigkeit, und das Blut verdickt. Auch dadurch steigt das Thromboserisiko.

Risiko-Reisende

Manche Menschen sind für eine Thrombose besonders auffällig. Das gilt für jene, die früher schon einmal eine hatten, aber auch für alle, bei denen die Neigung zu Thrombosen in der Familie liegt. Ebenfalls hoch ist das Risiko kurz nach Operationen oder wenn ein Bein in seiner Bewegung stark eingeschränkt ist - zum Beispiel durch einen Gips.

Auch Rauchen, Übergewicht, hormonelle Verhütungsmittel oder eine Schwangerschaft erhöhen die Neigung für Thrombosen.

Reiseschutz für die Gefäße

Die gute Nachricht ist: Sie können selbst Einiges dafür tun, dass Ihre Gefäße die Reise gut überstehen:

  • Bleiben Sie in Bewegung - das geht auch im Sitzen. Füßekreisen und Zehenkrallen sowie Massagen regen die Venentätigkeit an. Gehen Sie so oft wie möglich ein paar Schritte - in Zug und Flieger auf dem Gang, im Bus und auf Autofahrten während möglichst häufiger Pausen.
  • Trinken Sie reichlich - das verdünnt das Blut und senkt das Thromboserisiko. Von Alkohol sollten Sie jedoch die Finger lassen - er weitet die Gefäße und verlangsamt den Blutfluss.
  • Eine echte Hilfe für die Venen sind Stützstrümpfe. Wenn Sie nicht zur Hochrisikogruppe gehören, reichen auch zivilere Varianten. Die sehen wie ganz normale Strümpfe aus und sind sogar in manchen Supermärkten erhältlich.
  • Wenn Sie zu den besonders gefährdeten Menschen gehören, gehen Sie lieber auf Nummer sicher. Lassen Sie sich vom Arzt Injektionen zur Blutverdünnung verordnen, die Sie schon vor der Reise spritzen.
Stand: 12.12.2016
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