Wandern: beliebt, gesund - und gefährlich?

 Die Wanderlust hat Deutschland gepackt. Und das aus gutem Grund - hier erfahren Sie, wie Körper und Geist von diesem Sport profitieren

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Frische Luft um die Nase, die Schönheit der unberührten Natur erleben - und am Ende des Pfades die atemberaubende Aussicht genießen, die einen jeden Tropfen Schweiß vergessen lässt. Die Wanderlust hat Deutschland gepackt. Und das aus gutem Grund - denn Körper und Seele profitieren von dem Sport für Jedermann. Nichtsdestotrotz passieren gerade in den Bergen immer wieder Unfälle. Wir erklären Ihnen, wie Sie für einen sicheren Auf- und Abstieg sorgen.

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Die Anzahl der aktiven Wanderer in Deutschland stetig. Nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Wanderverbandes, Hans-Ulrich Rauchfuß, "nutzen mehr als die Hälfte der deutschen Bundesbürger diese einfache Möglichkeit, um sich Gutes zu tun und die Natur dabei zu erleben." Diesen regelrechten Wanderboom bestätigt auch das Bundeswirtschaftsministerium: Insgesamt können rund 56 Prozent der Deutschen als aktive Wanderer bezeichnet werden. Auch Sonderformen des Wandern wie Geocaching, eine Art Schnitzeljagd mit dem GPS-Gerät, Trekking, oder Nordic Walking sind immer mehr auf dem Vormarsch.

Wandern - nicht nur des Müllers Lust!

Das wachsende Interesse an dieser Sportart ist nicht weiter verwunderlich, hat sie doch viele Vorteile: Wandern ist optimal an die eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten anpassbar. Denn Wanderrouten gibt es in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, Längen und konditionellen Anforderungen. Außerdem ist Wandern überall möglich. Der Bewegung in der Natur sind zumindest örtlich kaum Grenzen gesetzt - passende Wanderwege gibt es in ganz Deutschland. Egal ob sie in den bayerischen Alpen, am Wattenmeer oder im Erzgebirge wohnen.

Ein weiterer Vorteil: Jeder kann Wandern! Es ist weder notwendig, eine bestimmte Technik zu erlernen, noch sich in finanzielle Unkosten zu stürzen. Das Wichtigste ist passendes Schuhwerk, das es mittlerweile zu recht günstigen Preisen gibt.

Wandern - Erholung für Körper, Geist und Seele

Regelmäßiges Wandern macht und erhält gesund! Schon wer fünf- bis sechsmal pro Halbjahr die Wanderstiefel schnürt, gelangt laut verschiedener Studien in den Genuss der zahlreichen gesundheitsförderlichen Wirkungen. Das Laufen in der Natur kommt dabei  nicht nur der körperlichen Gesundheit zugute, sondern auch der geistigen.
Das sind die wichtigsten gesundheitsfördernden Aspekte des Wanderns:

Effekte auf Ihren Körper

  • gestärktes Herz-Kreislauf-System
  • weniger anfälliges Immunsystem
  • Stabilisierung von Knochen, Gelenken, Sehnen und Bändern und somit Vorbeugung von Osteoporose
  • Verbesserung der Haltung
  • bessere Durchblutung der Lunge
  • Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit, auch im Alter
  • geringeres Risiko für bestimmte Krebsarten (z.B.: Brust- und Dickdarmkrebs)

Effekte auf Ihre Psyche und Seele

  • erhöhtes Wohlbefinden und Reduzierung von negativen Stimmungen
  • Reduktion von Stress
  • Hilfe bei psychosomatischen Krankheiten wie Tinnitus und Neurosen
  • Verringerung des Risikos einer Demenz
  • bessere Durchblutung des Gehirns

Wanderunfälle - so können sie verhindert werden

Unfälle beim Wandern machen ein Drittel aller Bergunfälle aus. Obwohl das erstmal viel klingt, ist Wandern keine gefährliche Sportart. Ganz im Gegenteil: Verglichen mit der großen Menge an Wanderern kommen Unfälle bei anderen Bergsportdisziplinen (Mountainbiken, Klettern, Bergsteigen, etc.) relativ gesehen viel häufiger vor.

Damit Sie sich nicht unnötig gefährden, haben wir hier einige Regeln zusammengestellt, die ein sicheres, unfallfreies Wandern ermöglichen.

Passende Ausrüstung

Ihre Ausrüstung sollten Sie in Abhängigkeit von der geplanten Wanderroute zusammenstellen. Ein Muss sind vor allem knöchelhohe, rutschfeste Wanderschuhe. Atmungsaktive Kleidung ist  vor allem für zügige Wanderer von Vorteil. Teleskopstöcke bieten sich besonders bei größeren Steigungen an. regefeste Kleidung gehört immer in den Rucksack, denn in den Bergen kann das Wetter schnell umschlagen und Sie zu ungeplanten Pausen zwingen.Grundkondition

Unterschiedliche Routen erfordern eine unterschiedliche Kondition. Eine gewisse Grundkondition sollten Sie jedoch besitzen. Muten Sie sich also nicht zu viel zu, sondern wählen Sie zunächst kürzere Etappen und steigern Sie sich lieber langsam.

Gesundheit

Treten Sie eine Wanderung nur an, wenn Sie sich im vollen Besitz Ihrer Kräfte befinden. Falls eine Erkältung im Anmarsch ist, oder ein Bein schmerzt:, verschieben Sie den Ausflug!

Planung

Informieren Sie sich im Voraus über den Schwierigkeitsgrad der Strecke, deren Länge und die aktuelle Wetterlage.

Notfälle

Für Notfälle sollten Sie immer ein aufgeladenes Mobiltelefon dabei haben. Zudem empfiehlt sich ein Erste-Hilfe-Set. Informieren Sie Freunde oder Mitarbeitern des Hotels, wie lange Sie wandern wollen und wohin Ihre Tour geht.

Wanderwege

Bleiben Sie auf den markierten Wegen! Zum einen vermeiden Sie so, in unwegsames und gefährliches Gelände zu gelangen, zum anderen nehmen sie damit Rücksicht auf Wildtiere und -pflanzen.

Stand: 26.08.2014
Autor: Kathrin Brandl

Vorlage:     Martina Feichter
Quellen:     

  • Deutsches Wanderinstitut (www.deutscheswanderinstitut.de; Abruf: 18.08.2014)
  • Deutscher Alpenverein (www.alpenverein.de; Abruf: 18.08.2014)
  • Grundlagenuntersuchung des Bundeswirtschaftsministeriums zum Thema Freizeit- und Urlaubsmarkt Wandern (Stand: September 2010)