Jeder Zehnte kennt Reiseübelkeit

"Mir ist so schlecht" - dieser Satz fällt oft bei Menschen mit Reiseübelkeit. Das können Sie dagegen tun

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"Mir ist so schlecht" - dieser Satz fällt oft am Ende einer kurvenreichen Straße, nach einem forschen Bootsausflug oder einem turbulenten Flug. Egal wo - wenn es ruckelt, wankt und schwankt,überkommt viele Menschen plötzlich Übelkeit. Tatsächlich ist die Reiseübelkeit ein verbreitetes Phänomen. Dabei spielt anscheinend auch das Geschlecht eine Rolle. Wir zeigen Ihnen in der Klickstrecke, wie Sie vorbeugen können.

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Ein flaues Gefühl im Magen, Schweißausbrüche und Brechreiz sind klassische Anzeichen. Etwa zehn Prozent der Bundesbürger sind regelmäßig von Reiseübelkeit betroffen, ergab eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg bei 1925 Frauen und Männern im Auftrag des Magazins "Apotheken Umschau".

Frauen sind sensibler

Allerdings nicht alle gleich stark - Frauen scheinen insgesamt sensibler als Männer auf eine Reise zu regieren. In der Befragung berichteten fast doppelt so viele Damen über persönliche Erfahrungen mit dem Problem auf Reisen. Den meisten Menschen wird übrigens auf dem Wasser schlecht, gefolgt von Flugzeug und Bus. Im Auto traten im Verhältnis am seltensten Probleme auf.

Fehlermeldung im Innenohr

Dieser Zusammenhang lässt sich mit der Entstehung der Reiseübelkeit leicht erklären: Ungewohnte Bewegungen bringen das Gleichgewichtssystem im Ohr nämlich besonders durcheinander. Wenn man die Umgebung nicht ständig im Blick behält, kann das Gehirn die eingehenden Reize aus dem Gleichgewichtsorgan nicht mehr richtig zuordnen. Es kommt zu "Fehlermeldungen". Ergebnis: Übelkeit und Erbrechen.

Allerdings ist das Gehirn auch in dieser Beziehung lernfähig: Nach einigen Tagen nimmt die Neigung zur Reisekrankheit deutlich ab. Wenn es Ihnen also zu Beginn einer Kreuzfahrt schlecht gehen sollte, ist die Chance groß, dass Sie die Schaukelei nach einigen Tagen besser vertragen.

Medikamente können vorbeugen

Es gibt einige Maßnahmen, mit denen Sie sich vor Reiseübelkeit schützen können. Manchmal helfen allerdings nur Medikamente. Diese können sie am besten vorbeugend einnehmen. Die meisten frei verkäuflichen Medikamente arbeiten mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Antihistaminika. Sie schwächen im Körper die Wirkung des Botenstoffs Histamin ab, der zum Beispiel die Immunabwehr alarmiert.

Eine Stunde vor der Reise eingenommen, hält die Wirkung von Medikamenten gegen Reiseübelkeit in der Regel bis zu vier Stunden an. Eine pflanzliche Alternative können zum Beispiel Ingwertabletten sein, oder das homöopathische Mittel Cocculus D4.

Stand: 05.08.2014
Autor:

Vorlage: Melanie Iris Zimmermann
Quellen:

  • Rote Liste 2008
  • Basta D. et al.: Hören und Gleichgewicht: Im Blick des gesellschaftlichen Wandels / 7. Hennig Symposium, Heidelberg. Springer Verlag, Wien. 1. Auflage 2009