Heilpflanzen als Einschlafhilfe

Baldrian ist eine bewährte Einschlafhilfe, egal ob als Tee oder Dragee

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Seit Jahrhunderten nutzen Menschen die Kraft von Pflanzen - auch um Schlafstörungen zu behandeln. Gerade bei leichten Schlafproblemen können Heilpflanzen gut eingesetzt werden, bevor härtere Medikamente zum Einsatz kommen. Generell sollten Sie dabei standardisierte Fertigprodukte verwenden, nur so ist sichergestellt, dass Sie die richtige Dosis nehmen. Folgende Flora hat sich bewährt.

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Baldrian

Nachweislich hilft Baldrian bei leichten bis mittleren Schlafstörungen. Wirksam sind vor allem bestimmte chemische Verbindungen (Sesquiterpene), die als ätherische Öle in der Wurzel zu finden sind. Allerdings weiß man nicht genau, worauf die Wirkung beruht.

Baldrian gibt es als Tee, Tinktur, Tabletten oder frisch gepresst. Allerdings schmeckt purer Baldrian sehr bitter. Tees haben sich deswegen bewährt. Presssaft können Sie gut mit Fruchtsäften mischen.

Ungefähr eine halbe Stunde vor dem Gang ins Bett nehmen Sie den Baldrian zu sich. Nebenwirkungen sind keine bekannt. Oft braucht es allerdings seine Zeit, bis die Pflanze ihre Wirkung entfaltet: Zwischen zwei und vier Wochen sollten Sie Geduld haben.

Hopfen

Zwar fehlt der wissenschaftliche Nachweis - aber viele Menschen schwören auf Hopfen als Einschlafhilfe. Besonders die Bitterstoffe Humulon und Lupulon, die im weiblichen Blütenstand des Hopfens zu finden sind, sollen einschläfernd wirken. Erfahrungen zeigen aber, dass die Kombination aus Hopfen mit Baldrian und Melisse oft Erfolg bringt. Hopfen bekommen Sie im Handel als Tee oder Pulverextrakt.

Melisse

Melisse riecht gut - das liegt an den ätherischen Ölen. Darin enthalten sind zum Beispiel Citronellal oder Citral. Reines Melissenöl ist sehr teuer, man braucht viele Pflanzen, um es zu gewinnen. Leichter und billiger ist es, die Blätter der Pflanze zu nehmen. In Kombination mit Baldrian kann Melisse gut als Tee getrunken werden.

Passionsblume

Von der Passionsblume werden die getrockneten Blätter als Einschlafhilfe eingesetzt. Darin finden sich Flavonoide, Cumarine und Maltol, die beruhigende Wirkung haben. Am besten auch als Tee zusammen mit Baldrian trinken.

Lavendel

Lavendel enthält ätherische Öle wie zum Beispiel Rosmarinsäure. Die beruhigende Wirkung dieser Heilpflanze ist auch wissenschaftlich belegt. Lavendel wird als Tee oder als Aromatherapie genutzt. Auch hier empfiehlt sich wieder die Kombination mit Baldrian.

Johanniskraut

Das Johanniskraut ist mit seinen schönen gelben Blüten vor allem auch als Mittel bei Depressionen bekannt. Die Wirkstoffe, unter anderem Hypericin, sind vor allem in Blättern und Blüten zu finden. Zusätzlich enthält die Heilpflanze auch Flavonoide, Gerbstoffe und ätherische Öle, die das Level des Stresshormons Kortisol im Körper absenken.

Allerdings ist bei der Anwendung Vorsicht geboten, denn Johanniskraut macht die Haut und Augen bei manchen empfindlicher gegenüber Licht. Deswegen sollten Sie besonders auf den Hautschutz achten. Ebenso sollten mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten mit dem Arzt abgesprochen werden.
Johanniskraut-Präparate gibt es als Tees, Kapseln, Dragees, Tropfen oder Saft.

Stand: 05.03.2015

Vorlage: Kathrin Rothfischer
Redaktion:
Quelle: Zulley J.: So schlafen Sie gut. Verlag Zabert Sandmann, 2008.