Schlafapnoe - Atemlos in der Nacht

Schnarchen kann erstes Anzeichen einer Schlafapnoe sein

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Schnarchen ist oft ein erster Hinweis. Kommt es zwischen den Schnarchern allerdings zu Atemstörungen oder gar - stillständen, spricht man von Schlafapnoe. Betroffen sind vor allem übergewichtige Männer im mittleren Lebensalter.

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Woran erkenne ich eine Schlafapnoe?

Generell sind Menschen, die unter Schlafapnoe leiden, tagsüber oft schlapp, müde, vergesslich und können sich schlecht konzentrieren. Manche leiden auch unter Angstzuständen oder Depressionen. Zum Teil führen die Atemaussetzer zu Kopfschmerzen und verringerter sexueller Lust. Alarmsignal kann das Schnarch-Geräusch sein, auf das oft der Partner als erstes hinweist. Wenn dazu noch Atemstillstände auftreten, ist der Gang in ein Schlaflabor ratsam. Dort wird der Schlaf genau beobachtet und analysiert.

Wodurch wir die Schlafapnoe ausgelöst?

Bei der häufigsten Form, der obstruktiven Schlafapnoe, erschlaffen im Schlaf die Muskeln des weichen Gaumens. Dadurch verschließt sich der Luftweg. Der Schlafende kriegt keine Luft mehr - und das für zehn Sekunden bis zwei Minuten. Schnappend holt der Betroffene dann Luft, sobald der Sauerstoffmangel die entsprechende körperliche Reaktion auslöst. Begünstigt wird das durch Übergewicht, aber auch Alkohol, Schlaf- oder Beruhigungsmittel. Auch der individuelle Körperbau, zu große Zunge oder vergrößerte Mandeln können Apnoe auslösen. Die zweite Form, die zentrale Schlafapnoe wird durch eine Störung des Nervensystems verursacht. Dadurch bewegen sich die Atemmuskeln von Brust und Zwerchfell nicht richtig. Hierunter leiden vor allem ältere Menschen.

Was kann ich gegen eine Schlafapnoe tun?

Ist zu viel Gewicht Ursache der Schlafstörung, sollte abgenommen werden. Oft reichen schon wenige Kilos, um besser schlafen zu können. Auf Alkohol sollte bis zwei Stunden vor dem Einschlafen lieber verzichtet werden. Das Schlafen auf der Seite kann ebenfalls helfen. Eventuell bewirkt ein abschwellendes Nasenspray Besserung. Weitere Maßnahmen setzen eine ärztliche Aufsicht voraus. Darunter fallen zum Beispiel eine Aufbiss-Schiene, chirurgische Korrekturen, Sauerstofftherapie oder die CPAP-Therapie. Dabei werden mithilfe von kontinuierlichem Überdruck über eine Maske die Atemwege offen gehalten. Medikamente gegen Schlafapnoe gibt es leider keine.

Vorlage: Dr. med. Felicitas Witte
Redaktion:

Stand: 21.02.2013

Quellen:

  • Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) (www.dgsm.de; Abruf: 23.03.2012)
  • Leitlinien der Dt. Ges. f. Neurologie (DGN): Schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS) bei neurologischen Erkrankungen (Stand: Oktober 2008)
  • Leitlinien der Dt. Ges. f. Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie ArGe Schlafmedizin: Therapie der obstruktiven Schlafapnoe des Erwachsenen (Stand: August 2009)
  • Leitlinien der Dt. Ges. f. Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen (Stand: November 2009)
  • Herold G.: Innere Medizin. Selbstverlag 2012