Schlafen in Phasen

Kurz vom Aufwachen hat man besonders lange Traumphasen

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Schlaf ist nicht gleich Schlaf! Besonders in der Nacht wechseln sich Tiefschlaf- und Traumphasen miteinander ab. Und das in vier bis sechs Zyklen - je nach Dauer der Schlafeinheit. Wir werden sogar immer wieder wach: rund 28 Mal in einer Nacht. Wenn die Wachphase allerdings kürzer als drei Minuten dauert, haben wir das am nächsten Tag wieder vergessen.

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In fünf Phasen durch die Nacht

Schlafforscher unterteilen den nächtlichen Schlaf in fünf Phasen, die sich in Zyklen immer wieder wiederholen. Die Phasen werden von Wissenschaftlern anhand der Gehirnströme gemessen. Dafür wird im Schlaflabor ein sogenanntes EEG, ein Elektroenzephalogramm gemacht. Im Wachzustand sieht man darauf eine flache, etwas zittrige Linie. Daran sieht der Experte, dass die Nerven unabhängig voneinander aktiv sind und viel Kommunikation zwischen ihnen stattfindet. Während wir schlafen, sieht das Bild ganz anders aus.

Einschlummern und Tiefschlaf

Während der Phase eins und zwei schläft man ein, die Linie des EEGs wird flacher und hat weniger Ausschläge. Man fällt in einen leichten Schlaf. Darauf folgt die Phase drei und vier - die man auch Tiefschlaf nennt. Er beginnt etwa nach 20 bis 30 Minuten. Das EEG zeigt ruhige Wellenmuster mit tiefen Tälern. Der Unterschied zwischen Phase drei und vier liegt dabei in der Tiefe der Täler. Die Wissenschaft vermutet, dass sich jetzt Gelerntes einprägt. Die erste Tiefschlafphase ist mit einer Stunde auch die längste der ganzen Nacht. Die restlichen Tiefschlafphasen werden immer kürzer.

Der tiefe Schlaf ist für unseren Körper sehr wichtig - es werden Wachstumshormone ausgeschüttet, die bei der Regeneration der Körperzellen helfen. Das Immunsystem wird so gestärkt. Auch die körperliche Erholung findet statt: die Muskeln entspannen sich, der Blutdruck sinkt und das Stresshormon Cortisol wird abgebaut.

Zum Abschluss eine Traumphase

Auf den Tiefschlaf folgt die Phase fünf, die REM-Phase. Namensgebens ist hier das "Rapid Eye Movement", denn die Augen bewegen sich bei den Schläfern unter den Augenlidern hin und her. Die REM-Phase ist unser Traumschlaf. Das EEG sieht nun ähnlich aus wie im Wachzustand, zahlreiche Traumeindrücke werden verarbeitet. Dabei verhindert unser Gehirn, dass wir die Bewegungen, die wir träumen, auch wirklich ausführen. Die Muskeln führen die Befehle nicht aus, nur hier und da ist ein leichter Zucken der Extremitäten zu sehen. Auf eine REM-Phase folgt ein neuer Zyklus, man fängt wieder an, Richtung Tiefschlaf wegzudriften.

Bereit für den neuen Tag

Im letzten Drittel der Schlafzeit beginnt der Körper sich aufs Aufwachen vorzubereiten. Zum einen werden die Tiefschlafphasen immer kürzer. Aber auch der Blutdruck steigt wieder und das Stresshormon Cortisol wird ausgeschüttet. Ungefähr eine Stunde vor Erwachen befindet sich der Schläfer in einem leichten Dämmerschlaf, ähnlich der Einschlafphasen.

Vorlage: Christiane Fux
Redaktion:

Stand: 21.02.2013

Quelle:

  • Zulley J.: So schlafen Sie gut. Verlag Zabert Sandmann.1. Auflage 2008