Schlaftypen - von Eulen und Lerchen

Eulen sind Nachtmenschen und Spätaufsteher

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Morgenmuffel oder Frühaufsteher? Wenn sich "Lerche" und "Eule" gegenüberstehen, prallen zwei Welten aufeinander. Während die frühen Vögel beim ersten Sonnenstrahl aus dem Bett hüpfen, steht bei den Eulen die Sonne schon lange am Himmel, bevor sie auf Touren kommen.

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Dafür fallen Lerchen bei Nachteinbruch die Äuglein zu, während die Nachtvögel durchstarten. Statt sich gegenseitig schlechte Arbeitsmoral oder mieses Betragen vorzuwerfen, können beide einfach auf ihre Gene verweisen.

Tick-Tack macht die innere Uhr

Die Gene lassen die innere Uhr ticken - unter anderem im Gehirn. Dort gibt es einen Bereich der oberhalb der sich kreuzenden Sehnerven liegt, er heißt suprachiasmatischer Nucleus und ist für die Zeitgebung im Hirn verantwortlich. Aber auch jedes andere Organ, ja sogar jede Nervenzelle, hatte einen kleinen Taktgeber, der ihr die Zeit ansagt. Dabei sind extreme wie Lerche und Eule eher selten - nur circa 15 Prozent der Bevölkerung zählen dazu. Die meisten Menschen liegen irgendwo dazwischen. Dieser individuelle "Chronotyp" verändert sich allerdings im Laufe des Lebens und schwankt auf die eine oder andere Seite. Während kleine Kinder schon ganz in der Früh wach sind, kommen Pubertierende oft deutlich schwerer aus den Federn.

Von Lang- und Kurzschläfern

Aber nicht nur die Präferenz, ob man morgens oder abends eher fit ist, unterscheidet uns. Auch die Dauer an Schlaf, die wir benötigen. Kommen die einen, so wie angeblich Napoleon, mit nur vier Stunden aus, brauchen andere, zum Beispiel Einstein, eher zehn. Die meisten von uns brauchen durchschnittlich sechs bis acht Stunden Nachtruhe. Liegt man drunter, gilt man als "Kurzschläfer". Die haben, so vermutet die Wissenschaft, einen besonders effektiven Schlaf - darum brauchen sie weniger davon. Dafür träumen Langschläfer besonders viel.

Gefährlich lebt, wer wenig schläft

Eigentlich sagt uns unsere innere Uhr, wie viel und wann Sie Ruhe haben möchte. Leider können nicht alle immer auf Sie hören. Gerade bestimmte Berufsgruppen, die in der Nacht oder in Schichten arbeiten müssen, leiden oft unter chronischem Jetlag. Grund dafür ist, dass unser Schlafbedürfnis auch vom Sonnenlicht abhängt. Denn das bewirkt, dass das Schlafhormon Melatonin nicht ausgeschüttet wird. Dunkelheit oder künstliches Licht hat diese Wirkung nicht. Chronischer Schlafmangel ist ziemlich ungesund. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass sich dadurch das Risiko für Diabetes und Übergewicht erhöht. Außerdem leidet das Immunsystem und die Unfallgefahr steigt an.
 

Stand: 21.03.2016
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Quellen:

  • Knutson K.L. et al. (2007). The metabolic consequences of sleep deprivation. Sleep Medicine Reviews 11(3):159-62
  • Van Cauter E. et al. (2007). Impact of sleep and sleep loss on neuroendocrine and metabolic function. Hormone Research 67:2-9