Schnarchen - was Sie dagegen tun können

Volkssport Schnarchen - etwa zehn bis 30 Prozent der Gesamtbevölkerung knattern Nacht für Nacht vor sich hin

© Tracy King/Fotolia

Millionen von Menschen schnarchen - wenn unter deutschen Hausdächern nachts keine Ruhe einkehrt, leidet oft nicht nur der Partner, sondern auch die Betroffenen selbst. Die Geräuschkulisse variiert dabei stark und kann von kaum hörbar bis fast unerträglich reichen. Dabei gibt es ein paar einfache Tricks, wie Sie dem nächtlichen Sägen ein Ende bereiten. Was Sie tun können, lesen Sie in unserer Klickstrecke.

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Mit bis zu 26 Dezibel (dB) reicht es bei einigen Menschen immerhin für die Lautstärke eines brummenden Kühlschranks. Manche allerdings sind wahre Schnarch-Tyrannen und erreichen Spitzen bis zu 90 dB, was der Geräuschkulisse eines Lastwagens entspricht.

Insgesamt sind etwa zehn bis 30 Prozent der Gesamtbevölkerung vom Schnarchen betroffen - darunter vor allem Männer über 50 Jahren.

Schnarchen - wieso weshalb warum?

Aber wie entsteht Schnarchen eigentlich? Im Schlaf erschlafft die gesamte Muskulatur des Körpers. So auch die des Nasen- und Rachenraums. Dadurch entsteht eine Enge in den oberen Atemwegen, die bei manchen Menschen zu einem geräuschvollen Vibrieren des weichen Gaumens (Gaumensegel und Zäpfchen) führt.

In einigen Fällen kann es aber auch zu einem zeitweisen, kompletten Verschluss der Luftwege und somit zu einer Atempause kommen. Um ein Ersticken beim sogenannten apnoischen Schnarchen zu verhindern, führt die verminderte Sauerstoffzufuhr im Gehirn zu einer Weckreaktion. Oft entstehen dadurch Schlafstörungen. Die Betroffenen sind unausgeschlafen und körperlich erschöpft. Nicht selten sind sie weniger belastbar und leiden unter Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Bei Männern geht die nächtliche Unruhe oft auch mit Potenzproblemen einher.

Woher kommt´s?

Als Ursache treffen mehrere Faktoren beim Schnarchen zusammen:

  • eine verlegte Nasenatmung, wie etwa bei Schnupfen, Allergien, Nasennebenhöhlenentzündungen, Nasenscheidewand-Verkrümmungen oder vergrößerten Gaumen- und Rachenmandeln
  • Vermehrte Fettablagerungen im Rachen- und Zungenbereich von Übergewichtigen
  • Schlaf in Rückenlage
  • Alkohol und die Einnahme von Schlafmitteln oder Medikamenten
  • eine deutlich vergrößerte Zunge oder andere anatomische Veränderungen, die den Luftstrom behindern

Dem Schnarchen an den Kragen gehen

Schnarchen ist unangenehm für Sie und Ihren Partner. Wenn das laute Knattern den Schlaf stört, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser klärt, ob die oberen Atemwege frei sind und welche Behandlung gegebenenfalls nötig ist. Besteht ein Verdacht auf apnoisches Schnarchen, sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

Vor allem Kinder sollten von einem Arzt untersucht werden. Bei ihnen sind die häufigsten Ursachen für das Schnarchen vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln. Ein solche Behinderung des Luftstroms muss oft chirurgisch behoben werden. Darüber hinaus gibt es chirurgische Eingriffe, die beispielsweise die Atemwege erweitern oder übermäßigen Vibrationen des Gaumens vorbeugen.

Im Sanitätshandel gibt es außerdem diverse Hilfsmittel, die die Schlafposition beeinflussen, Zunge oder Kiefer fixieren oder die Nasenatmung verbessern.

Stand: 21.02.2013

Vorlage: Dr. med. Erich Mayer-Fally
Redaktion: Janine Berdelmann

Quelle:

  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie