Ständig müde - diese Krankheiten können dahinter stecken
Jeder ist ab und zu mal müde - Schuld sind in den meisten Fällen Schlafmangel und Überarbeitung. Chronische Müdigkeit hingegen kann aber auch auf Krankheiten wie Blutarmut oder sogar Krebs hinweisen. Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten und was Sie tun können, wenn Ihnen ständig die Augen zufallen, erfahren Sie hier.
Der Schlafbedarf sinkt, je älter ein Mensch wird und ist von Person zu Person unterschiedlich. Am meisten Schlaf brauchen Kleinkinder, mit bis zu 16 Stunden pro Tag. Während der Schulzeit sind es noch rund zwölf Stunden, im Erwachsenenalter etwa sechs bis acht. Am längsten kommen Senioren ohne Schlaf aus.
31 Prozent der über 16-Jährigen leiden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin manchmal oder häufig unter "Ermüdungserscheinungen". Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer
Grundsätzlich gilt: Wer genügend schläft, ist nicht nur fitter im Alltag und auf der Arbeit, sondern stärkt auch sein Immunsystem und fördert das eigene Wohlbefinden.
Müde durch Krankheiten
Sollten Sie trotz ausreichend und vor allem erholsamem Schlaf unter häufiger Müdigkeit leiden, lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt untersuchen. Vor allem, wenn Sie neben der Müdigkeit noch unter zusätzlichen Beschwerden wie Nachtschweiß, trockenen Schleimhäute, Blut im Stuhl, geschwollenen Lymphknoten oder ungewöhnlich großem Durst leiden. Folgende Krankheiten können nämlich hinter ständiger Müdigkeit stecken:
Blutarmut (Anämie)
Müdigkeit wird häufig durch Blutarmut ausgelöst. Vor allem Frauen die ihre Menstruation haben, sind davon betroffen. Durch den Blutverlust entsteht nämlich zusätzlich Eisenmangel. Aber auch Schwangerschaft, eisenarme Kost, starke Wachstumsphasen bei Kindern sowie verschiedene Dünndarmkrankheiten können eine Blutarmut auslösen.
Infektionen
Dazu zählen unter anderem Erkältungskrankheiten oder Pfeiffersches Drüsenfieber. Aber auch eine Influenza und Lungenentzündungen schwächen den Körper und machen Betroffene müde. Fieber kann ebenfalls eine starke Müdigkeit hervorrufen.
Depressionen
Manchmal kann auch eine leidende Seele Schuld an dauernder Müdigkeit sein. Achten Sie darauf, ob sie vor allem im Winter unter Niedergeschlagenheit oder Müdigkeit leiden. Es kann auf eine Winterdepression hinweisen.
Stoffwechselerkrankungen
Wem ständig die Augen zufallen, kann auch unter einer Schilddrüsenunterfunktion oder Zuckerkrankheit leiden. Diese sind häufig für Müdigkeit verantwortlich. Weitere Auslöser sind aber auch Herzrhythmusstörungen, Niedriger Blutdruck oder Migräne.
Krebs
Viele Krebsarten sind Auslöser für Müdigkeit. Können Sie die vorangegangen Krankheiten ausschließen, ist es deshalb ratsam, einen Arzt aufzusuchen.
Diese Tricks machen Sie wieder munter
Liegt Ihrer Müdigkeit keine Krankheit zugrunde, gibt es einige Tipps und Tricks die Sie beachten können, um wieder fit und munter durch den Tag zu kommen.
Genügend Ruhe
Stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend schlafen und nicht übermäßig viel arbeiten
Kurze Nickerchen
Hören Sie auf Ihre eigene innere Uhr. Da Ihre Körpertemperatur in bestimmten zeitlichen Rhythmen steigt und sinkt, lohnt es sich, den Tagesablauf nach seinem eigenen Biorhythmus richten. Wenn Sie müde sind, hilft oft schon ein kurzes Nickerchen.
Ausgewogen Essen
Ernähren Sie sich gesund! Vitaminmangel beispielsweise kann zu Müdigkeit führen. Aber auch zu fettreiches Essen und Übergewicht machen Sie schlapp. Achten Sie darauf, zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung auch genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Mindestens zwei Liter am Tag sollten es schon sein. Vorsicht: Alkohol macht genauso wie Rauchen ebenfalls müde.
Regelmäßiger Sport
Bringen Sie Ihren Kreislauf in Schwung. Regelmäßiger Sport hilft dabei. Wer es allerdings übertreibt, wird durch die körperliche Erschöpfung wieder müde.
Wechselduschen
Heiß und kalt duschen. Auch wenn Sie es lieber warm mögen - eine kalte Dusche stimuliert den Kreislauf und macht Sie wach.
Nebenwirkungen ausschließen
Schließen Sie Medikamente als Übeltäter aus, da manche als Nebenwirkungen Müdigkeit verursachen.
Vorlage: Dr. med. Katharina Larisch
Redaktion: Janine Berdelmann
Quellen: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
