Was tun bei Schlafstörungen?

Sportliche Routine kann bei Schlafstörungen helfen

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Nicht jeder Mensch mit Schlafstörung braucht auch eine Therapie. Handlungsbedarf besteht nur dann, wenn die tägliche Leistungsfähigkeit und Befindlichkeit gestört sind. Oft hilft es, sein Verhalten oder den Lebensstil zu verändern - das kann langwierig sein, ist aber oft von Erfolg gekrönt.

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Ursachensuche

Grundsätzlich ist es wichtig, die Ursache der Schlafstörung einzukreisen. Sind Medikamente schuld? Stress? Liegt eine körperliche, neurologische oder psychiatrische Grunderkrankung vor? Je nachdem kann dann gezielt der Auslöser - und damit auch die Schlafstörung bekämpft werden. Wichtig ist oft der entspannte Umgang mit den Schlafproblemen, das hilft bei der Lösung.

Verhaltensveränderung gegen Gedankenkarussell

Körperliche und geistige Anstrengung, Gedanken, die immer wieder die gleiche Runde im Kopf drehen - oft behindern Grübeleien das Einschlafen. Gezielte Entspannungsübungen, genauso wie Phantasiereisen oder das Einüben von Schlafritualen können hier helfen.

Schlafentzug für besseren Schlaf

Manche Menschen versuchen aufgrund schlechten Schlafes, den Schlaf nachzuholen und verbringen viel Zeit im Bett. Diese Hoffnung erfüllt sich nicht, im Gegenteil, das Bett wird zu einem Ort, an dem man oft wachliegt. Hier kann es helfen, die Zeit dort auf sieben Stunden zu beschränken. Schlafen die Patienten davon etwa sechs Stunden tatsächlich, verlängert sich die Zeit im Bett in der nächsten Woche um eine Viertelstunde. Ist das nicht der Fall, wird die Bettzeit verkürzt.

Schlafen dank Pille

Natürlich gibt es auch zahlreiche Einschlafhilfen in Medikamentenform. Sie können helfen einen eingeschliffenen Automatismus zu unterbrechen und den schlechten Schlaf wieder zu "verlernen". Je nach Wirkstoff machen diese allerdings abhängig, deswegen sollte ihr Einsatz ärztlich begleitet werden. Grundsätzlich sollte der Einsatz von Schlafmitteln auf drei bis vier Nächte pro Woche beschränkt werden. Einnahme und Dosierung muss mit dem Arzt besprochen werden.

Sportliche Routine gegen Schlafmangel

Grundsätzlich gilt, wer seinen Tagesablauf einer festen Routine unterwirft, kann nachts besser schlafen. Denn der Körper kann sich so besser auf den Rhythmus einstellen. Um leistungsfähig zu bleiben, braucht man den Wechsel zwischen Konzentration und Entspannung, deswegen ist es wichtig, auch während des Tages immer wieder Pausen zuzulassen. Regelmäßiger Sport wirkt sich ebenfalls positiv auf den Schlaf aus, weil er die Stresshormone aus dem Körper spült und den Kopf von störenden Gedanken frei macht.

Vorlage: Christiane Fux
Redaktion:

Stand: 21.02.2013

Quellen:

  • Dt. Ges. f. Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen (Stand: Oktober 2009)
  • Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Thieme Verlag. 4. Auflage 2008
  • Schlafmedizinisches Zentrum München (www.schlafzentrum.med.tum.de; Abruf: 01.08.2011)
  • Lindl-Fischer S.: Tagesbefindlichkeit bestimmt die Therapie. Der Allgemeinarzt 2008; 7:6-10
  • Zulley J.: So schlafen Sie gut. Verlag Zabert Sandmann.1. Auflage 2008
  • Herpertz-Dahlmann B. et al.: Entwicklungspsychiatrie - Biopsychologische Grundlagen und die Entwicklung psychischer Störungen. Schattauer Verlag.2. Auflage 2008
  • Colten H. et al.: Sleep Disorders and Sleep Depriviation - An Unmet Public Health Problem. National Academies Press.1. edition 2006